Lernziele (nicht Leistungsziele) für neuartige Aufgaben nutzen

Bei neuen oder komplexen Fähigkeiten ein Ziel um das setzen, was du lernst, nicht was du produzierst.

Why it works

Locke und Latham führten die Unterscheidung zwischen Leistungszielen (konkrete Ergebnisse) und Lernzielen (konkreter Wissens- oder Fähigkeitserwerb) für Fälle ein, in denen der Weg zur Leistung noch nicht bekannt ist. Ein konkretes Ergebnisziel bei einer echt neuartigen Aufgabe zu setzen kann kognitive Belastung und Angst erzeugen, die die Leistung beeinträchtigen; ein Lernziel hält die Aufmerksamkeit auf Verständnis statt auf defensiven Selbstschutz.

How to do it

  1. Vor einem Ergebnisziel fragen: „Weiß ich bereits, wie man das macht?“
  2. Falls nicht, zuerst ein Lernziel setzen: „Ich werde drei wirksame Strategien für… entdecken.“
  3. Zu einem Leistungsziel wechseln, sobald der Weg einigermaßen bekannt ist.
  4. Die beiden nicht mischen: Lern- und Leistungsziele aktivieren unterschiedliche kognitive Strategien.

Evidenz

Seijts und Latham (2005) zeigten, dass Lernziele Leistungsziele bei einer komplexen Aufgabe übertrafen, bei der Teilnehmende die erforderlichen Strategien noch nicht kannten. Der Befund ist eine direkte Erweiterung der Zielsetzungstheorie auf Bedingungen, unter denen die ursprünglichen Annahmen der Theorie nicht gelten. (rct)

Die Lern-gegen-Leistungsziel-Unterscheidung gilt speziell, wenn Aufgabenstrategien unklar sind. Bei gut verstandenen Aufgaben bleiben Leistungsziele überlegen.

Quellen

Häufiger Fehler

Einer echt neuartigen Fähigkeit ein konkretes Leistungsziel zuweisen und dann schlechte frühe Zahlen als Beweis geringer Fähigkeit statt als normalen Preis des Lernens interpretieren.

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