Unerwartete statt vorab festgelegte Belohnungen verwenden

Unerwartete Belohnungen nach guter Leistung untergraben die Motivation selten; erwartete oft schon.

Why it works

Der Übermotivierungseffekt hängt davon ab, dass Belohnungen vor der Aufgabe erwartet werden: Weißt du, dass die Belohnung kommt, wird die erwartete Belohnung zum Grund, warum du die Tätigkeit ausführst, und diese Wahrnehmung verdrängt den intrinsischen Grund. Unerwartete Belohnungen werden nach der Tätigkeit hinzugefügt, es gibt also keinen vorher bestehenden externen Grund, der mit dem intrinsischen konkurriert. Die Tätigkeit bleibt auch nach der Belohnung dem Selbst zugeschrieben.

How to do it

  1. Entscheide bei Anreizen für intrinsisch motivierte Arbeit erst nach der Leistung über die Belohnung.
  2. Kündige keine Belohnungen im Voraus für Aufgaben an, bei denen intrinsisches Interesse besteht.
  3. Mach Anerkennung spezifisch und unerwartet statt nach einem vorhersehbaren Muster.
  4. Reserviere vorab festgelegte Belohnungen für Aufgaben, bei denen intrinsisches Interesse gering oder abwesend ist.

Evidenz

Deci et al.s Metaanalyse (1999) unterschied speziell unerwartete von erwarteten Belohnungen: Unerwartete Belohnungen untergruben die intrinsische Motivation in den untersuchten Studien nicht. (rct)

In der Praxis ist die Unterscheidung erwartet/unerwartet über die Zeit schwer aufrechtzuerhalten; ein Muster von Überraschungsbelohnungen wird erwartet, und die Unterscheidung erodiert.

Quellen

  • Deci, Koestner & Ryan (1999), Psychological Bulletin

Häufiger Fehler

Ein „Überraschungsbelohnungs“-System aufbauen, das vorhersehbar wird – das verwandelt es funktional in eine erwartete Belohnung und führt das Übermotivierungsrisiko wieder ein.

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