Der Lerntypen-Mythos: Was die Forschung tatsächlich sagt
Warum VARK den Forschungstest nicht besteht – und was Lernen tatsächlich vorhersagt
Sind Lerntypen real, und sollte man auf seinen eigenen hin lernen?
Die populäre Idee, dass Menschen feste Lerntypen haben (visuell, auditiv, kinästhetisch) und am besten lernen, wenn der Unterricht zu ihrem Typ passt, wird von kontrollierter Forschung nicht gestützt. Dutzende Studien haben keinen Nutzen darin gefunden, den Unterrichtsstil an den vermeintlichen Lerntyp anzupassen. Die bessere Frage ist, welche Lernmethode für den konkreten Inhaltstyp am besten funktioniert – und die Antwort darauf ist gut erforscht und ziemlich anders als der Lerntypen-Rahmen.
Die Lerntypen-Idee – dass du ein "visueller Lerner" oder ein "kinästhetischer Lerner" bist – ist einer der am weitesten verbreiteten Mythen in der Bildung. Lehrkräfte planen Unterricht darum herum; Lernende nutzen sie, um das Vermeiden schwieriger Lernmethoden zu rechtfertigen; Unternehmen verkaufen Tests dafür. Das Problem ist, dass kontrollierte Studien wiederholt nicht gefunden haben, dass das Anpassen des Unterrichtsstils an den Lerntyp bessere Ergebnisse erzeugt. Was Lernen tatsächlich vorhersagt, ist wirklich interessant und weit nützlicher. Es folgen die Kernpraktiken, verankert in dem, was die Evidenz tatsächlich zeigt.
Übungen
- Lerntyp an Unterricht anzupassen funktioniert nicht
Rogowsky, Calhoun & Tallal (2015) testeten das Anpassen von Lerntyp an Unterrichtsmethode direkt und fanden keinen Nutzen. Lern stattdessen zum Inhalt.
- Wende Abrufübung unabhängig von deiner bevorzugten Modalität an
Sich selbst zu testen funktioniert für alle – nicht nur für "Lese-Schreib"-Lerner.
- Nutze mehrere Modalitäten zur Kodierung von Information, nicht nur eine
Lies darüber, zeichne es, sag es laut, und nutze es in einem Beispiel – alles in einer Sitzung.
- Passe das Lernformat dem Inhaltstyp an, nicht dem Selbstbild
Räumlicher Inhalt verdient Diagramme; sequenzieller Inhalt verdient Erzählung – unabhängig von deinen Präferenzen.
- Prüfe deine Lernmethoden am Behaltensergebnis, nicht daran, wie gut sie sich anfühlen
Verfolge, was du eine Woche später tatsächlich behältst, nicht was sich im Moment produktiv anfühlte.
- Aktualisiere deine Überzeugungen über dein eigenes Lernen basierend auf Evidenz
Behandle dein Lern-Selbstbild als zu testende Hypothese, nicht als feststehende Wahrheit.
Übe das mit IX Coach
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