Nutze mehrere Modalitäten zur Kodierung von Information, nicht nur eine
Lies darüber, zeichne es, sag es laut, und nutze es in einem Beispiel – alles in einer Sitzung.
Why it works
Die Theorie der Doppelkodierung (Paivio) zeigt, dass Information sowohl in verbaler als auch visueller Form zu kodieren zwei unabhängige Gedächtnisspuren und zwei Abrufwege schafft. Das ist kein Lerntypen-Denken (tu, was zu deinem Typ passt) – es ist das Gegenteil: nutze mehrere Modalitäten für denselben Inhalt, um Kodierungswege zu vervielfachen. Je mehr unterschiedliche Abrufhinweise mit einer Erinnerung verbunden sind, desto zuverlässiger wird sie abgerufen.
How to do it
- Lies beim Lernen eines Konzepts die Textversion, zeichne ein Diagramm der Beziehungen, erklär es dir selbst laut und schreib ein konkretes Beispiel.
- Mach das in einer einzigen Sitzung, statt Modalitäten über Sitzungen zu verteilen.
- Das Ziel ist Reichhaltigkeit der Kodierung, nicht Festhalten an einem einzigen bevorzugten Typ.
Evidenz
Paivio’s dual coding theory is well supported: concrete words and pictures, when encoded together, are better recalled than either alone. The principle generalizes to adding any additional processing modality that creates an additional, accurate encoding. Moreno & Mayer (1999) sharpen the condition: pairing words with pictures across separate channels (the modality principle) improves learning, which is why combining modalities on the same content — not matching one to a supposed style — is the effective move. (observational)
Adding more modalities is not always better — redundant or irrelevant modalities can produce cognitive overload rather than richer encoding (Mayer’s redundancy effect).
Quellen
- Paivio (1971), Imagery and Verbal Processes
- Mayer (2001), Multimedia Learning (cognitive theory of multimedia learning)
- Clark, J. M., & Paivio, A. (1991). Dual Coding Theory and Education. Educational Psychology Review, 3(3), 149–210.
- Moreno, R., & Mayer, R. E. (1999). Cognitive Principles of Multimedia Learning: The Role of Modality and Contiguity. Journal of Educational Psychology, 91(2), 358–368.
Häufiger Fehler
Multimodale Kodierung als "tu es in deinem bevorzugten Typ" zu behandeln – der Nutzen kommt vom Kodieren in zusätzlichen, anderen Modalitäten über deine Präferenz hinaus, nicht von der Beschränkung auf eine.
Übe das mit IX Coach
More practices for Der Lerntypen-Mythos: Was die Forschung tatsächlich sagt
- Lerntyp an Unterricht anzupassen funktioniert nicht
Rogowsky, Calhoun & Tallal (2015) testeten das Anpassen von Lerntyp an Unterrichtsmethode direkt und fanden keinen Nutzen. Lern stattdessen zum Inhalt.
- Wende Abrufübung unabhängig von deiner bevorzugten Modalität an
Sich selbst zu testen funktioniert für alle – nicht nur für "Lese-Schreib"-Lerner.
- Passe das Lernformat dem Inhaltstyp an, nicht dem Selbstbild
Räumlicher Inhalt verdient Diagramme; sequenzieller Inhalt verdient Erzählung – unabhängig von deinen Präferenzen.
- Prüfe deine Lernmethoden am Behaltensergebnis, nicht daran, wie gut sie sich anfühlen
Verfolge, was du eine Woche später tatsächlich behältst, nicht was sich im Moment produktiv anfühlte.
- Aktualisiere deine Überzeugungen über dein eigenes Lernen basierend auf Evidenz
Behandle dein Lern-Selbstbild als zu testende Hypothese, nicht als feststehende Wahrheit.
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