Lectio Divina: Heilige Lesung

Die vier Bewegungen der heiligen Lesung – wie man sie praktiziert und was sie bewirken

Was ist Lectio Divina und wie praktiziert man sie?

Lectio Divina ("heilige Lesung") ist eine benediktinische klösterliche Praxis, bei der ein kurzer heiliger Text langsam und wiederholt gelesen wird, in vier Stufen: Lesen (lectio), Nachsinnen (meditatio), betende Antwort (oratio) und stilles Verweilen (contemplatio). Es ist kein Studium zur Informationsgewinnung, sondern eine Art, einen Text am Leser wirken zu lassen. Sie wird im westlichen Mönchtum seit mindestens dem 6. Jahrhundert praktiziert; ihre spezifischen Vorteile werden erfahrungsbasiert berichtet, nicht durch kontrollierte Forschung belegt.

Die Regel des heiligen Benedikt (6. Jahrhundert) strukturierte das klösterliche Leben um Lectio Divina neben Arbeit und Gebet. Die Methode ist das Gegenteil von Schnelllesen: wenige Verse, wiederholt und langsam gelesen, bis die Worte weniger ein zu analysierender Text und mehr eine zu begegnende Präsenz werden. Im 12. Jahrhundert formalisierte Guigo II die vier Sprossen der "Leiter": Lesen, Nachsinnen, Gebet und Kontemplation. Die Struktur bleibt als säkulare Reflexionspraxis auch außerhalb ihres andächtigen Kontexts nützlich. Im Folgenden die vier Bewegungen und ihre unterstützenden Praktiken, mit ehrlicher Evidenz.

Übungen

Übe das mit IX Coach

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