Die Entscheidung um denselben Referenzpunkt neu rahmen

Entscheidungen kippen je nachdem, ob eine Option als Verlust oder als Gewinn gerahmt wird — also neutralisiere die Rahmung.

Why it works

Die Prospect-Theorie zeigt, dass wir Ergebnisse relativ zu einem Referenzpunkt bewerten, nicht absolut, und dass die Wertkurve für Verluste steiler verläuft. Dieselbe Wahl, beschrieben als „80% behalten“ versus „20% verlieren“, führt zu gegensätzlichen Entscheidungen. Beide Optionen bewusst von einem gemeinsamen, neutralen Referenzpunkt aus neu zu formulieren, entfernt die Verzerrung durch die Rahmung.

How to do it

  1. Schreibe die Entscheidung auf zwei Arten auf: einmal als Verlust („X verlieren“), einmal als Gewinn („Y behalten“).
  2. Bemerke, welche Version dich zusammenzucken lässt — dieses Zucken ist das Signal der Verlustaversion, nicht neue Information.
  3. Formuliere beide Optionen von demselben Ausgangspunkt aus (deiner tatsächlichen heutigen Position) und entscheide von dort aus.

Evidenz

Rahmungseffekte gehören zu den robustesten Befunden der Urteilsforschung. Tversky & Kahnemans klassische Studien (z. B. das „Asian-Disease-Problem“) zeigen, dass Präferenzen allein durch Rahmung kippen, und der Effekt wurde breit über Populationen hinweg repliziert. (rct)

Die Stärke von Rahmungseffekten variiert je nach Bereich und Person; Bewusstsein reduziert die Verzerrung, beseitigt sie aber nicht.

Quellen

  • Tversky & Kahneman (1981), "The Framing of Decisions and the Psychology of Choice", Science
  • Kahneman & Tversky (1979), "Prospect Theory", Econometrica

Häufiger Fehler

Zu glauben, man sei immun, weil man die Verzerrung versteht. Den Begriff zu kennen, stoppt das Zusammenzucken nicht — nur die Neuformulierung von einem neutralen Referenzpunkt aus tut das.

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