Vom einzelnen Verlust aufs Gesamtbild zoomen

Ein Verlust wirkt isoliert katastrophal und im gesamten Portfolio deines Lebens trivial.

Why it works

Verlustaversion wird durch enge Rahmung verstärkt — jedes Ergebnis für sich zu bewerten. Den Rahmen aufs Gesamtbild zu weiten (viele Entscheidungen, ein langer Zeithorizont, das ganze Bild) macht jeden einzelnen Verlust proportional. Derselbe Verlust, der als Einzelereignis unerträglich wirkt, wird über die Gesamtmenge betrachtet zu einer routinemäßigen Kostenposition.

How to do it

  1. Wenn ein Verlust sticht, platziere ihn bewusst in der größeren Menge: alle solchen Entscheidungen über ein Jahr, deine gesamte Lage.
  2. Frage, ob dieses Ergebnis über diese Gesamtmenge hinweg überlebbar und erwartbar ist.
  3. Entscheide auf Basis der Politik, die du für die Gesamtmenge willst, nicht des einen schmerzhaften Vorfalls.

Evidenz

Benartzi & Thalers Arbeit zur „myopischen Verlustaversion“ zeigt, dass zu häufiges und zu enges Bewerten von Ergebnissen verlustaverses Verhalten verstärkt; breiteres, selteneres Bewerten reduziert es. (observational)

Dies stützt sich auf Belege und Modellierung aus Finanzmärkten; das breite Prinzip der Rahmenerweiterung ist gut gestützt, die genaue Größenordnung ist kontextabhängig.

Quellen

  • Benartzi & Thaler (1995), "Myopic Loss Aversion and the Equity Premium Puzzle", Quarterly J. Economics

Häufiger Fehler

Ständig zu prüfen und neu zu bewerten. Je öfter du auf eine einzelne Position schaust, desto mehr Verluste erlebst du und desto mehr verstärkt sich die Verlustaversion.

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