Geldsegen umdeuten, bevor er verdunstet

„Gefundenes Geld“ wird gerade deshalb locker ausgegeben, weil es nie im ernsthaften Konto ankam.

Why it works

Als Geldsegen etikettiertes Geld – ein Bonus, eine Rückerstattung, ein Geschenk – wird in ein reibungsarmes mentales Konto abgelegt und weit freizügiger ausgegeben als identisches Geld aus regulärem Einkommen. Das Etikett, nicht der Betrag, setzt die Ausgaberegel. Einen Geldsegen bewusst ins Hauptkonto umzubuchen, bevor man entscheidet, stellt denselben Standard wieder her, den man auf jeden anderen Euro anwenden würde.

How to do it

  1. Wenn ein Geldsegen eintrifft, buche ihn mental in dein normales Konto um, bevor du irgendetwas entscheidest.
  2. Frag, was du mit demselben Betrag tun würdest, wäre er aus deinem regulären Gehalt gekommen.
  3. Entscheide über den Geldsegen erst, nachdem er sein „Gratisgeld“-Etikett verloren hat.

Evidenz

Studien darüber, wie Menschen mit Geldsegen, Boni und Steuerrückerstattungen umgehen, finden durchgängig höhere und lockerere Ausgaben aus „gefundenem Geld“ als aus regulärem Einkommen gleicher Höhe – eine direkte Manifestation mentaler Buchführung. (observational)

Beobachtungs- und experimentelle Umfrageevidenz; als Tendenz zu behandeln, nicht als Gesetz, das bei allen identisch zutrifft.

Quellen

  • Thaler (1999), "Mental Accounting Matters", J. Behavioral Decision Making (windfall and source effects)

Häufiger Fehler

Dir zu sagen „das ist extra, also zählt es nicht“ – genau das Etikett, das einen Geldsegen schneller verschwinden lässt, als verdientes Geld es je täte.

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