Sammle gezielt Modelle aus Bereichen außerhalb deiner Fachrichtung
Wähle jedes Quartal ein Modell aus einer Disziplin, in der du nicht arbeitest, und lerne es gut genug, um es zu erklären.
Why it works
Fachwissen in einem Bereich erzeugt lokale Optimierung: Muster werden innerhalb des Bereichs schnell und genau erkannt, aber blinde Flecken summieren sich an den Grenzen. Gezielt Modelle aus benachbarten oder entfernten Feldern zu erwerben, schafft Transferpotenzial — die Fähigkeit, strukturelle Ähnlichkeiten zwischen einem neuen Problem und einem Bereich zu erkennen, den man bereits versteht. Mungers Lesegewohnheit war genau darauf ausgelegt, diese Kreuzbestäubung zu erzwingen.
How to do it
- Liste die fünf oder sechs Disziplinen auf, die deinem Hauptfach am stärksten unähnlich sind.
- Wähle ein Modell aus jeder (z. B. natürliche Selektion aus der Biologie, Angebot/Nachfrage aus der Ökonomie, Inversion aus der Mathematik).
- Lerne es so gut, dass du es einem Laien ohne Fachjargon erklären kannst.
- Führe eine laufende persönliche Referenz — keine Definitionen, sondern Beispiele des Modells in der realen Welt.
Evidenz
Forschung zu analogem Denken (Gentner u. a.) zeigt, dass die Auseinandersetzung mit strukturell ähnlichen Problemen aus verschiedenen Bereichen Transfer und Einsicht verbessert. Mungers Latticework ist eine praktische Umsetzung dieses Prinzips. (mechanistic)
Mungers Latticework ist Praktikerrat, kein experimentell validiertes Curriculum. Die zugrunde liegende Forschung zum bereichsübergreifenden Transfer stützt den allgemeinen Mechanismus, nicht den spezifischen Ansatz der Modellsammlung.
Häufiger Fehler
Modellnamen zu sammeln (Verfügbarkeitsheuristik, Effekte zweiter Ordnung), ohne je ein echtes Beispiel durchzuarbeiten — ein Vokabular statt eines Werkzeugkastens aufzubauen.
Übe das mit IX Coach
More practices for Mentale Modelle: Charlie Mungers Latticework-Ansatz
- Nutze Inversion als erstes Modell bei jedem Problem
Frage vor der Lösung eines Problems, was Scheitern garantieren würde — und vermeide dann genau das.
- Frage immer, was nach dem offensichtlichen Effekt passiert
Verfolge bei jeder Entscheidung mindestens zwei Schritte an Konsequenzen, bevor du dich festlegst.
- Unterscheide ständig zwischen Karte und Territorium
Ein Modell ist eine Vereinfachung — wisse genau, wo deins versagt.
- Wende mehrere Modelle gleichzeitig auf dasselbe Problem an
Wenn Modelle aus verschiedenen Bereichen zur gleichen Antwort führen, steigt die Sicherheit; wenn sie widersprechen, lernst du etwas Wichtiges.
- Führe einen persönlichen Modellkatalog mit Beispielen
Halte ein schriftliches Inventar deiner Modelle, jedes illustriert mit einem echten Beispiel aus deiner eigenen Erfahrung.
- Der Lollapalooza-Effekt: Charlie Mungers Begriff für sich verstärkende Kräfte
Der Lollapalooza-Effekt ist Mungers Begriff für das, was passiert, wenn mehrere Biases oder Kräfte auf ein einziges Ergebnis zusammenwirken — erwarte ein extremes Ergebnis, nicht nur die Summe der Teile.
Verwandte Konzepte
- Denken in ersten Prinzipien, praktisch umgesetzt
Reasoning up from fundamentals, with the mechanism behind why it beats analogy
- Denken zweiter Ordnung: Und dann was?
Tracing consequences of consequences, the way Howard Marks does
- Inversion: Probleme rückwärts lösen
Munger’s “avoid stupidity” discipline, applied to real decisions
- Schnelles Denken, langsames Denken, nutzbar gemacht
Two systems, the biases they create, and when to slow down