Unterscheide ständig zwischen Karte und Territorium

Ein Modell ist eine Vereinfachung — wisse genau, wo deins versagt.

Why it works

Jedes mentale Modell erfasst selektiv manche Merkmale der Realität und lässt andere aus. Wird ein Modell ohne Bewusstsein für seine Grenzen genutzt, werden seine Auslassungen unsichtbar und zu Fehlern. Die Karte-Territorium-Unterscheidung explizit zu machen, erzwingt die Frage „Wo erzeugen die Auswahlkriterien dieses Modells blinde Flecken?“ — die wichtigste Frage überhaupt zu jedem analytischen Werkzeug.

How to do it

  1. Schreibe beim Anwenden eines Modells drei bis fünf seiner Annahmen auf.
  2. Frage für jede Annahme: „Trifft das in meiner aktuellen Situation zu?“
  3. Identifiziere, was das Modell nicht misst oder berücksichtigt.
  4. Führe eine laufende Aufzeichnung von Momenten, in denen ein vertrautes Modell dich im Stich gelassen hat und warum — das ist deine persönliche Grenzkarte.

Evidenz

Die Karte-Territorium-Unterscheidung hat tiefe Wurzeln in der Sprachphilosophie (Korzybski) und Erkenntnistheorie. In der angewandten Praxis ist übermäßiges Vertrauen in vereinfachte Modelle ein gut dokumentierter Treiber finanzieller, technischer und medizinischer Fehlschläge. (mechanistic)

Dies ist ein philosophisches Prinzip mit illustrativer Fallevidenz statt direkten experimentellen Tests. Sein Wert liegt in einer disziplinierten epistemischen Gewohnheit, nicht in einer messbaren Intervention.

Häufiger Fehler

Zu entscheiden, welches Modell zu nutzen ist, und es dann anzuwenden, ohne zu prüfen, ob seine Annahmen im aktuellen Fall gelten — ein Versäumnis, das Modell vom Problem zu unterscheiden.

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