Gewahre Präsenz innerhalb starker Emotion erkennen

Wenn eine starke Emotion aufsteigt, wechsle dazu, das Gewahrsein zu bemerken, in dem die Emotion erscheint, statt von ihr mitgerissen zu werden.

Why it works

Emotionen fühlen sich teilweise total an, weil Aufmerksamkeit sich auf ihren Inhalt verengt (die Bedrohung, der Verlust, die Frustration). Den gewahren Raum zu erkennen, der die Emotion hält, unterdrückt sie nicht, sondern fügt periphere Sicht hinzu: Die Emotion ist präsent, und ebenso das Gewahrsein, das sie enthält. Dieser weitere Rahmen reduziert das subjektive Gefühl der Überwältigung, ohne Unterdrückung zu erfordern, die typischerweise zurückschlägt.

How to do it

  1. Wenn eine Emotion stark ist, frage bewusst: "Was ist sich gerade dieser Emotion gewahr?"
  2. Bemerke, dass etwas das Gefühl beobachtet – lass diesen beobachtenden Raum sich weiten.
  3. Erlaube der Emotion, vollständig innerhalb des weiteren Gewahrseins präsent zu sein, statt sie wegzudrängen.
  4. Kehre so oft wie nötig während der emotionalen Welle zu dieser Frage zurück.

Evidenz

Dezentrierung von Emotion – Beobachten statt Verschmelzen damit – ist der aktive Wirkstoff, der ACT, MBCT und kognitive Defusion gemeinsam haben. Metaanalysen finden, dass Dezentrierung die Effekte von Achtsamkeit auf Depression und Angst vermittelt. Die nicht-duale Rahmung desselben Mechanismus wurde nicht unabhängig untersucht. (clinical)

Der Dezentrierungsmechanismus ist gut belegt; seine spezifisch nicht-duale Rahmung ist Kellys pädagogische Anpassung, keine separat validierte Variante.

Quellen

  • Fresco et al. (2007), development and initial validation of the Experiences Questionnaire, Behavior Therapy

Häufiger Fehler

"Gewahr der Emotion" mit "distanziert von der Emotion" zu verwechseln und die Praxis zum emotionalen Umgehen statt zum Enthalten zu nutzen – das Ziel ist klares, verkörpertes Fühlen plus Gewahrsein, kein Betäuben.

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