Power Posing neu betrachtet

Was die Replikationskrise überlebte, was nicht, und was tatsächlich nützlich ist

Funktioniert Power Posing? Was die Replikationsdebatte bedeutet

Amy Cuddys ursprüngliche Behauptung von 2010 – dass zwei Minuten ausladender Haltung Hormonspiegel und Risikobereitschaft verändern – ließ sich nicht verlässlich replizieren, und sogar eine der ursprünglichen Ko-Autorinnen distanzierte sich vom hormonellen Mechanismus. Der bescheidenere Befund – dass Haltung subjektives Selbstvertrauen und Verhalten beeinflusst – hat sich besser gehalten, wenn auch mit kleinen Effektgrößen. Die ehrliche Einschätzung: Haltung zählt, die ursprünglichen Behauptungen waren übertrieben, und die nützlichen Praktiken sind einfacher und besser vertretbar, als die ursprüngliche Studie nahelegte.

Wenige Studien der Sozialpsychologie hatten einen größeren öffentlichen Moment und einen schärferen wissenschaftlichen Absturz als das Power-Posing-Papier von 2010. Der TED-Talk hat 60 Millionen Aufrufe; die Replikationsversuche waren weit weniger schmeichelhaft. Aber die Geschichte ist nicht so einfach wie „es war alles fake". Manche Effekte hielten sich. Manche Mechanismen sind plausibel. Und die zugrunde liegende Intuition – dass die Art, wie du deinen Körper trägst, beeinflusst, wie du dich fühlst und verhältst – hat echte Unterstützung, auch wenn die ursprüngliche Hormon-Geschichte das nicht hatte. Diese Praktiken sind das, was nach ehrlicher Prüfung übrig bleibt.

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