Ausladende Haltung annehmen, um subjektives Selbstvertrauen zu verschieben

Aufrechte, offene Haltung – keine „Power Pose" – korreliert verlässlich mit höherem selbstberichtetem Selbstvertrauen, auch wenn die Hormon-Behauptungen sich nicht hielten.

Why it works

Forschung zur verkörperten Kognition zeigt bidirektionale Verbindungen zwischen körperlichem und mentalem Zustand: Der Körper drückt Emotion nicht nur aus, er konstituiert sie teilweise. Zusammengesackte, kontrahierte Haltung aktiviert unterwürfige und niedergeschlagene kognitive Zustände; aufrechte und offene Haltung ist mit Annäherungsmotivation und Ressourcenbewertung assoziiert. Der Mechanismus ist propriozeptiv und interozeptiv – das Gehirn liest Haltungssignale als Beweis über aktuellen Status und Bereitschaft.

How to do it

  1. Verbring vor einem entscheidenden Moment zwei Minuten stehend oder sitzend mit aufrechter Wirbelsäule, Schultern nach hinten unten, Kopf gerade, Füße fest verankert.
  2. Lass die Arme offen statt verschränkt sein – nicht verschränkte Arme reduzieren selbstberichtete Angst.
  3. Versuch nicht die dramatischen, weit ausgebreiteten Posen aus der ursprünglichen Studie – die Verhaltenseffekte kommen aus gewöhnlicher aufrechter, offener Haltung.
  4. Bemerke, wie sich deine Selbsteinschätzung der Bereitschaft nach zwei Minuten davon verschiebt.

Evidenz

Ausladende Haltung korreliert über mehrere Studien mit höherem selbstberichtetem Selbstvertrauen und Annäherungszuständen; das metaanalytische Bild ist moderat und gemischt. Die Hormon-Behauptungen (Testosteron hoch, Cortisol runter) replizierten sich nicht in präregistrierten Studien. (observational)

Der hormonelle Mechanismus ließ sich in ausreichend gepowerten, präregistrierten Studien nicht replizieren. Psychologische Ergebnisse (selbstberichtetes Selbstvertrauen) zeigen kleinere, inkonsistentere Effekte, als die ursprüngliche Studie behauptete. Der nützliche Mitnahmepunkt ist viel bescheidener, als der TED-Talk nahelegte.

Quellen

  • Cuddy, Schultz & Fosse (2018), P-curving a more comprehensive body of research on postural feedback reveals clear evidential value for power posing effects on psychological outcomes, Psychological Science
  • Ranehill et al. (2015), assessing the robustness of power posing — no effect on hormones, Psychological Science

Häufiger Fehler

Dramatische, übertriebene „Power Poses" in öffentlichen Situationen zu nutzen – die Wahrnehmung dominanter Körpersprache durch andere ist oft negativ, und der Effekt aufs Selbst erfordert keine übertriebene Ausbreitung.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Power Posing neu betrachtet

Verwandte Konzepte