Über sich selbst mit dem eigenen Namen schreiben

Ersetzen Sie "ich" durch Ihren Vornamen, wenn Sie über schwierige Situationen schreiben, um analytische Distanz zu ihnen zu gewinnen.

Why it works

Ihren Namen statt "ich" zu nutzen rekrutiert die kognitive Perspektive, die Sie beim Nachdenken über andere Menschen verwenden – was Kross den "psychologischer Distanz"-Effekt nennt. Das Gehirn verarbeitet Selbstreferenz in der dritten Person mit weniger Aktivität im medialen präfrontalen Kortex (selbstreferenzielle emotionale Verarbeitung) und mehr Beteiligung der präfrontalen Regulationskreise. Das Ergebnis ist, was Kross als "Fliege an der Wand"-Selbstreflexion beschreibt: ehrlich über die Situation, aber weniger von der Emotion überflutet.

How to do it

  1. Öffnen Sie bei einer schwierigen Entscheidung oder emotionalen Situation Ihr Journal.
  2. Beginnen Sie mit Ihrem Namen: "Alex kämpft mit den Nachwirkungen dieses Gesprächs. Was fühlt Alex tatsächlich dabei? Was muss Alex als Nächstes tun?"
  3. Schreiben Sie 10 Minuten aus dieser Perspektive, ohne zurück zu "ich" zu wechseln.
  4. Lesen Sie, was Sie geschrieben haben. Bemerken Sie, ob sich die Qualität des Rats, den Sie sich selbst gaben, vom "Ich-Denken" unterscheidet.

Evidenz

Kross und Kollegen haben in mehreren Experimenten gezeigt, dass Selbstgespräch in der dritten Person emotionale Reaktivität während Stress reduziert, die Qualität der Selbstreflexion verbessert und Nachereignis-Grübeln reduziert. (rct)

Die meisten Studien nutzten kurze Laborprotokolle; ob der Nutzen auf anhaltende Journaling-Praxis über Wochen oder Monate übertragbar ist, wurde nicht auf dieselbe kontrollierte Weise getestet.

Quellen

  • Kross et al. (2014), self-talk as a regulatory mechanism, Journal of Personality and Social Psychology
  • Kross & Ayduk (2017), self-distancing: theory, research, and current directions, Advances in Experimental Social Psychology

Häufiger Fehler

Mitten im Journal wieder in die erste Person abzurutschen, weil sich die dritte Person merkwürdig anfühlt – die Merkwürdigkeit ist der wirkende Mechanismus; die grammatische Fremdheit ist genau das, was die Distanz schafft.

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