Die eigenen Begehren und deren Ergebnisse über die Zeit verfolgen

Protokolliere, was du diese Woche wolltest, ob du es bekommen hast, und ob das Bekommen die erwartete Zufriedenheit brachte.

Why it works

Die meisten Menschen prüfen nie die Bilanz ihrer Begehren – ob Erfüllung tatsächlich die erwartete Zufriedenheit liefert. Systematisches Verfolgen macht das sichtbar und baut persönliche Evidenz dafür auf, dass viele Gelüste schlechte Vorhersagen der Zufriedenheit sind, was die Gewissheit untergräbt, mit der sie entstehen. Das ist der empirische Zugang zur stoischen Disziplin des Begehrens: nicht auf Treu und Glauben akzeptieren, dass Äußeres nicht befriedigt, sondern es in den eigenen Daten überprüfen.

How to do it

  1. Schreibe am Wochenende drei bedeutsame Dinge auf, die du diese Woche wolltest.
  2. Frage bei jedem: Hast du es bekommen? Falls ja, hat es die erwartete Zufriedenheit gebracht?
  3. Überprüfe nach vier Wochen: Welche Begehren liefern zuverlässig Zufriedenheit? Welche nicht?
  4. Lass die Daten die Gewissheit umgestalten, mit der künftige Begehren entstehen.

Evidenz

Forschung zur affektiven Vorhersage (Wilson & Gilbert) zeigt, dass Menschen die Wirkung zukünftiger positiver Ereignisse auf ihr Wohlbefinden systematisch überschätzen – eine direkte Stütze für den Ansatz der „Bilanz des Begehrens“. (observational)

Forschung zur affektiven Vorhersage dokumentiert die Fehleinschätzung; ob persönliches Verfolgen der Begehrensergebnisse sie mit der Zeit korrigiert, ist plausibel, aber nicht direkt als Intervention untersucht.

Quellen

  • Wilson, T.D. & Gilbert, D.T. (2003), Affective forecasting, Advances in Experimental Social Psychology

Häufiger Fehler

Nur Misserfolge des Begehrens verfolgen, nicht dessen Erfolge – das erzeugt eine einseitige Aufzeichnung statt einer akkuraten Kalibrierung.

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