Stretch Goals: Wann ehrgeizige Ziele helfen und wann sie nach hinten losgehen
Die Forschung hinter ehrgeizigen Zielen, ihre wahren Randbedingungen und wie man sie sicher anwendet
Verbessern Stretch Goals die Leistung, und wann schaden sie?
Stretch Goals — Ziele weit über dem aktuellen Leistungsniveau — gehören zu den am besten erforschten Interventionen der Motivationsforschung. Wenn Organisationen oder Einzelpersonen über ausreichende Ressourcen und eine Erfolgsgeschichte verfügen, verbessern Stretch Goals die Leistung; wenn Ressourcen erschöpft sind oder die Fähigkeitslücke zu groß ist, führen sie zuverlässig zu mehr Risikobereitschaft, Betrug und Demoralisierung. Der Ratschlag „immer über sich hinauswachsen“ ignoriert diese wichtige Randbedingung.
Edwin Lockes und Gary Lathams Zielsetzungstheorie gehört zu den am meisten replizierten Forschungsbereichen der Organisationspsychologie: schwierige, spezifische Ziele übertreffen konsistent vage oder leichte Ziele. Doch die Erweiterung um „Stretch Goals“ — Ziele weit jenseits der aktuellen Fähigkeiten — hat eine komplexere empirische Bilanz. Neuere Forschung, darunter eine kritische Übersichtsarbeit von Sitkin und Kollegen, zeigt, dass Stretch Goals nur unter bestimmten Bedingungen überlegen sind. Die folgenden Praktiken spiegeln dieses differenziertere Bild wider.
Übungen
- Fähigkeiten und Ressourcenspielraum bewerten, bevor ein Stretch-Ziel gesetzt wird
Stretch Goals funktionieren, wenn genug Spielraum vorhanden ist, um ein Scheitern abzufedern — das zuerst prüfen.
- Stretch Goals spezifisch machen, nicht nur groß
Ein Stretch-Ziel muss spezifisch und messbar sein, um die Mechanismen auszulösen, die es wirksam machen.
- Lernziele statt Leistungsziele bei neuartigen Aufgaben verwenden
Wenn die Fähigkeit neu ist, übertrifft ein „herausfinden, wie man X macht“-Ziel ein „X bis Datum erreichen“-Ziel.
- Nahe Meilensteine unter ein Stretch-Ziel stapeln
Ein fernes Stretch-Ziel motiviert nur, wenn es kurzfristige Meilensteine gibt, die unterwegs Feedback liefern.
- Psychologische Sicherheit rund um das Verfehlen eines Stretch-Ziels schaffen
Stretch Goals erzeugen nur dann ehrliche Anstrengung, wenn ein Verfehlen als Information behandelt wird, nicht als Scheitern.
- Vor zielbedingtem Tunnelblick auf das Stretch-Ziel schützen
Intensiver Fokus auf eine bestimmte Stretch-Kennzahl kann unethische Abkürzungen oder teure Vernachlässigung angrenzender Bereiche erzeugen.
- Nach Erreichen eines Stretch-Ziels konsolidieren und feiern
Nach dem Erreichen eines Stretch-Ziels Zeit nehmen, um das neue Niveau zu stabilisieren, bevor erneut gestreckt wird.
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