Lernziele statt Leistungsziele bei neuartigen Aufgaben verwenden

Wenn die Fähigkeit neu ist, übertrifft ein „herausfinden, wie man X macht“-Ziel ein „X bis Datum erreichen“-Ziel.

Why it works

Bei komplexen oder neuartigen Aufgaben lenkt ein zu früh gesetztes spezifisches Leistungsziel die Aufmerksamkeit auf Ergebnisse, bevor die Person über die nötigen Strategien verfügt — das erzeugt Angst statt Anpassung. Lernziele („drei wirksame Ansätze identifizieren“) lenken die Aufmerksamkeit auf den Strategieerwerb, der der eigentliche Engpass ist. Sobald Strategien vorhanden sind, werden Leistungsziele produktiv.

How to do it

  1. Bevor Sie ein Leistungsziel setzen, fragen Sie: „Weiß ich bereits, wie man das gut macht?“
  2. Wenn nein: Setzen Sie ein Lernziel — eine bestimmte Anzahl von Strategien oder Ansätzen, die identifiziert und getestet werden sollen.
  3. Sobald Sie mindestens zwei Ansätze getestet haben und eine funktionierende Methode besitzen, wechseln Sie zu einem Leistungsziel.
  4. Halten Sie Lern- und Leistungsphasen ausdrücklich getrennt.

Evidenz

Seijts' und Lathams experimentelle Forschung fand, dass Lernziele bei komplexen neuartigen Aufgaben spezifische Leistungsziele übertrafen, wobei der Vorteil auf die Strategieentwicklung zurückgeführt wurde, die Leistungsziele unbeabsichtigt unterdrückten. (rct)

Der Vorteil von Lernzielen ist bei frühphasigen oder wirklich komplexen Aufgaben am stärksten ausgeprägt; bei gut eingeübten Fähigkeiten bleiben Leistungsziele überlegen.

Quellen

  • Seijts & Latham (2001), "Learning versus performance goals: When should each be used?", Academy of Management Executive

Häufiger Fehler

Bei einer noch nicht erlernten Fähigkeit direkt zu einem ehrgeizigen Leistungsziel zu springen und frühes Scheitern dann als fehlendes Talent statt als Sequenzierungsfehler zu interpretieren.

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