Fähigkeiten und Ressourcenspielraum bewerten, bevor ein Stretch-Ziel gesetzt wird

Stretch Goals funktionieren, wenn genug Spielraum vorhanden ist, um ein Scheitern abzufedern — das zuerst prüfen.

Why it works

Ein Stretch Goal ist eine Wette mit hoher Varianz: Sie beschleunigt das Lernen bei Erfolg, verbraucht aber Ressourcen bei Misserfolg. Wenn Ressourcen (Zeit, Energie, finanzieller Puffer) bereits erschöpft sind, verstärkt ein gescheiterter Stretch das Defizit. Der Mechanismus für den Nutzen setzt ausreichend Spielraum voraus, um das Experiment durchzuführen und Rückschläge zu überstehen — das ist eine Voraussetzung, keine Annahme.

How to do it

  1. Bevor Sie ein Stretch-Ziel setzen, bewerten Sie ehrlich Ihren aktuellen Ressourcenspielraum: Wie viel Scheitern können Sie abfedern?
  2. Wenn die Ressourcen bereits knapp sind, setzen Sie zunächst ein kurzfristiges Leistungsziel, um den Spielraum wieder aufzubauen.
  3. Wechseln Sie erst zu einem Stretch-Ziel, wenn Sie einen echten Puffer an Zeit, Energie oder Fähigkeit haben.
  4. Definieren Sie den Stretch als spezifisches, messbares Ziel mit klarem Zeitrahmen.

Evidenz

Sitkin et al.'s kritische Übersichtsarbeit fand, dass Stretch Goals vor allem bei leistungsstarken, ressourcenreichen Organisationen positive Ergebnisse bringen; bei angeschlagenen oder ressourcenarmen Organisationen erhöhten Stretch Goals dysfunktionale Risikobereitschaft und senkten die Leistung. (observational)

Ein Großteil dieser Forschung ist organisatorisch, nicht individuell; individuelle Randbedingungen können etwas abweichen.

Quellen

  • Sitkin, See, Miller, Lawless & Carton (2011), "The paradox of stretch goals", Academy of Management Review

Häufiger Fehler

Ein Stretch-Ziel gerade in einer Phase hoher Belastung oder Erschöpfung zu setzen, weil „genau dann die Motivation am nötigsten ist“ — die Forschung zeigt, dass Stretch Goals genau dann am zuverlässigsten scheitern.

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