Ein gemeinsames Vokabular für implizite Unterscheidungen entwickeln

Benenne die feinen Unterschiede, die du erkennen, aber noch nicht erklären kannst – ein Wort für eine Wahrnehmung zu haben, beschleunigt ihre Weitergabe.

Why it works

Polanyis Kerneinsicht ist, dass implizites Wissen fokales Gewahrsein eines integrativen Ganzen ist, gestützt von subsidiärem Gewahrsein seiner Teile. Wenn du eine subsidiäre Komponente benennen kannst, holst du sie aus dem subsidiären ins fokale Gewahrsein – und machst sie lehrbar. Eine feine Unterscheidung zu benennen (ein "Wort für das Gefühl") verwandelt sie von einem privaten Wahrnehmungsereignis in ein geteiltes soziales Objekt, auf das man zeigen, das man diskutieren und verfeinern kann.

How to do it

  1. Identifiziere eine Unterscheidung, die du zuverlässig erkennst, aber nicht benennen kannst.
  2. Erfinde oder entlehne einen Begriff dafür aus deiner Praxisgemeinschaft.
  3. Teste den Begriff mit Kollegen: Können sie denselben Bezugspunkt identifizieren? Verfeinere, bis der Begriff geteilt ist.

Evidenz

Die Rolle spezialisierten Vokabulars bei der Beschleunigung des Expertisetransfers ist in beruflichen Praxisgemeinschaften (Chirurgie, Jazz, Kampfkunst) gut dokumentiert: gemeinsame Begriffe für feine Unterscheidungen beschleunigen die Übertragung impliziter Expertise. (mechanistic)

Benennen kann falsche Präzision erzeugen – ein Begriff kann sich anfühlen, als erfasse er eine Unterscheidung, bevor er es tatsächlich tut, was zu überzogen selbstsicherer Kommunikation führt. Der Begriff bedarf der Validierung durch gemeinsame Nutzung.

Quellen

  • Polanyi (1966), "The Tacit Dimension"

Häufiger Fehler

Sich auf "man erkennt es, wenn man es sieht" zu verlassen, statt Vokabular aufzubauen – implizite Unterscheidungen persönlich statt geteilt zu halten, macht sie fast unmöglich, an andere weiterzugeben.

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