Ein gemeinsames Vokabular für implizite Unterscheidungen entwickeln
Benenne die feinen Unterschiede, die du erkennen, aber noch nicht erklären kannst – ein Wort für eine Wahrnehmung zu haben, beschleunigt ihre Weitergabe.
Why it works
Polanyis Kerneinsicht ist, dass implizites Wissen fokales Gewahrsein eines integrativen Ganzen ist, gestützt von subsidiärem Gewahrsein seiner Teile. Wenn du eine subsidiäre Komponente benennen kannst, holst du sie aus dem subsidiären ins fokale Gewahrsein – und machst sie lehrbar. Eine feine Unterscheidung zu benennen (ein "Wort für das Gefühl") verwandelt sie von einem privaten Wahrnehmungsereignis in ein geteiltes soziales Objekt, auf das man zeigen, das man diskutieren und verfeinern kann.
How to do it
- Identifiziere eine Unterscheidung, die du zuverlässig erkennst, aber nicht benennen kannst.
- Erfinde oder entlehne einen Begriff dafür aus deiner Praxisgemeinschaft.
- Teste den Begriff mit Kollegen: Können sie denselben Bezugspunkt identifizieren? Verfeinere, bis der Begriff geteilt ist.
Evidenz
Die Rolle spezialisierten Vokabulars bei der Beschleunigung des Expertisetransfers ist in beruflichen Praxisgemeinschaften (Chirurgie, Jazz, Kampfkunst) gut dokumentiert: gemeinsame Begriffe für feine Unterscheidungen beschleunigen die Übertragung impliziter Expertise. (mechanistic)
Benennen kann falsche Präzision erzeugen – ein Begriff kann sich anfühlen, als erfasse er eine Unterscheidung, bevor er es tatsächlich tut, was zu überzogen selbstsicherer Kommunikation führt. Der Begriff bedarf der Validierung durch gemeinsame Nutzung.
Quellen
- Polanyi (1966), "The Tacit Dimension"
Häufiger Fehler
Sich auf "man erkennt es, wenn man es sieht" zu verlassen, statt Vokabular aufzubauen – implizite Unterscheidungen persönlich statt geteilt zu halten, macht sie fast unmöglich, an andere weiterzugeben.
Übe das mit IX Coach
More practices for Implizites Wissen: Das Können, das sich nicht erklären lässt
- Implizites Wissen durch ausgedehnte, praxisnahe Übung erwerben
Um Können zu entwickeln, das einem niemand beibringen kann, muss man es wiederholt in authentischen Kontexten ausüben.
- Sich einem Meister anschließen, um implizites Wissen in Aktion zu beobachten
Verbringe ausgedehnte Zeit damit, einen Experten zu beobachten – genaues Beobachten vermittelt mehr als seine verbalen Erklärungen.
- Eigenes implizites Wissen durch Fallbearbeitung ans Licht bringen
Nutze konkrete Fallanalysen, um die impliziten Regeln offenzulegen, denen du bereits folgst, die du aber nicht benennen kannst.
- Implizites Wissen durch strukturierte Reflexion nach der Leistung externalisieren
Erzähle unmittelbar nach einer Leistung, was du getan hast und warum – um die lebendige Regel zu erfassen, bevor sie verblasst.
- An einer Praxisgemeinschaft teilnehmen, um geteiltes implizites Wissen aufzunehmen
Bette dich in eine Gruppe von Praktikern ein – geteiltes implizites Wissen zirkuliert durch Zusammenarbeit und Kultur, nicht durch Dokumentation.
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