Der Fluch des Wissens: Warum Experten schlecht erklären können

Warum zu viel Wissen einen zu einem schlechteren Lehrer macht — und die Praktiken, die das beheben

Was ist der Fluch des Wissens und wie überwindet man ihn?

Der Fluch des Wissens ist eine kognitive Verzerrung, bei der Wissen es regelrecht schwer macht, sich vorzustellen, etwas nicht zu wissen — Experten kommunizieren dadurch auf einem Niveau, das ihr Publikum verliert, ohne es zu bemerken. Der Begriff wurde von den Ökonomen Colin Camerer, George Loewenstein und Martin Weber 1989 in einem Paper darüber geprägt, wie besser informierte Akteure es nicht schaffen, ihr Wissen bei der Einschätzung weniger informierter Personen auszublenden; einem breiten Publikum bekannt machten ihn Chip und Dan Heath in Made to Stick. Der entscheidende Punkt: Es ist weder Arroganz noch Faulheit — sobald Information kodiert ist, verliert man den verlässlichen Zugang zu dem Zustand, sie nicht zu kennen, weshalb die Lücke von innen unsichtbar und für alle Zuhörenden offensichtlich ist. Die Verzerrung wurde in mehreren Forschungsfeldern beobachtet — Rückschaufehler, Perspektivübernahme und die Klopfer-Hörer-Studien — und die praktischen Gegenmittel sind entsprechend indirekt: Statt zu versuchen, sich an das Nichtwissen zu erinnern, holt man sich Feedback von jemandem, der es noch hat, oder schränkt sich mit Konkretheitsregeln ein, die es schwerer machen, sich hinter Abstraktion zu verstecken.

Sobald man etwas wirklich versteht, verliert man den verlässlichen Zugang zu dem Gefühl, es nicht gewusst zu haben. Dieser Verlust ist der Fluch des Wissens. Es ist weder Arroganz noch Faulheit — es scheint eine strukturelle Folge davon zu sein, wie Expertise kodiert wird, weshalb er gute Absichten überdauert und weshalb er ausgerechnet die Menschen am stärksten trifft, denen am meisten daran liegt, verstanden zu werden. Camerer, Loewenstein und Weber gaben ihm 1989 seinen Namen, als sie untersuchten, wie besser informierte Menschen es nicht schaffen, ihr Wissen bei der Einschätzung weniger Informierter beiseitezulegen; Chip und Dan Heath machten ihn in Made to Stick einem breiten Publikum bekannt. Verwandte Befunde kommen aus mehreren Richtungen zusammen — Rückschaufehler, Forschung zur Perspektivübernahme und Elizabeth Newtons Klopfer-Hörer-Studie, bei der Klopfer erwarteten, dass die Hälfte ihrer Zuhörer die Melodie erkennen würde, tatsächlich war es etwa jeder Vierzigste. Die folgenden Praktiken sind die wirksamen Gegenmittel, und sie teilen eine Form, die es zu bemerken lohnt: Keine von ihnen verlangt, sich zu erinnern, wie sich Nichtwissen anfühlte, denn genau das macht die Verzerrung unzugänglich. Sie bauen die Perspektive des Neulings von außen nach innen wieder auf — durch Feedback, Einschränkung und Konkretheit.

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