Wahrnehmungskontrast nutzen, um die eigentliche Bitte klein wirken zu lassen

Verankert an einer großen Bitte, wirkt deine tatsächliche Bitte deutlich vernünftiger.

Why it works

Wahrnehmungskontrast ist eine kognitive Verzerrung: Ein Reiz (Bitte, Preis, Aufwand) wird relativ zu dem bewertet, was vorher kam, nicht absolut. Eine zweite Bitte, die einer großen ersten Bitte folgt, wirkt psychologisch kleiner als dieselbe Bitte, isoliert präsentiert. Deshalb zeigen Autoverkäufer zuerst teure Modelle; das ist auch mit ein Grund, warum Door-in-the-Face funktioniert, selbst wenn die Person das Zugeständnis nicht bewusst bemerkt.

How to do it

  1. Lass deine eigentliche Bitte, wenn möglich, im selben Gespräch auf deine große Bitte folgen.
  2. Benenne den Vergleich explizit: „Vergleiche das mit dem, was ich eigentlich vorschlage …“
  3. Präsentiere in schriftlicher Kommunikation die größere Option zuerst in einer Tabelle oder einem Vergleich, damit die kleinere Bitte einen Referenzpunkt hat.

Evidenz

Wahrnehmungskontrasteffekte sind über sensorische und bewertende Bereiche hinweg gut belegt (Sherif, Taub & Hovland, 1958; Cialdini, 1984). In der Überzeugungsforschung sind Kontrasteffekte in Preisgestaltung, Verhandlung und Compliance-Kontexten dokumentiert, mit Door-in-the-Face als einem angewandten Beispiel. (observational)

Wahrnehmungskontrast ist als kognitive Verzerrung robust belegt; sein eigenständiger Beitrag zu Door-in-the-Face (versus reziprokes Zugeständnis) wird diskutiert, wobei beide Mechanismen wahrscheinlich zusammenwirken.

Quellen

  • Cialdini (1984), Influence: The Psychology of Persuasion (contrast chapter)

Häufiger Fehler

Kontrast in Kontexten einsetzen, in denen der Anker offensichtlich künstlich ist – „Wir verlangen normalerweise 100.000 Euro dafür, aber heute nur 50“ –, was Misstrauen statt Kontrast auslöst und den gesamten Ansatz untergräbt.

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