Für Erlebnisse statt Besitztümer ausgeben

Erlebnisse widerstehen Adaption besser als Objekte, weil sie als Erinnerungen existieren, die sich über die Zeit verbessern.

Why it works

Objekte sind präsent und konstant, was es leicht macht, sich an sie zu gewöhnen. Erlebnisse werden zu Erinnerungen, und Erinnerung ist rekonstruktiv – positive Ereignisse werden tendenziell wohlwollender erinnert, als sie sich anfühlten. Zudem sind Erlebnisse schwerer zu vergleichen und daher weniger der „mit den Nachbarn mithalten"-Dynamik unterworfen, die die Zufriedenheit aus materiellen Käufen zersetzt.

How to do it

  1. Vergleichen Sie bei einem gegebenen Budget: Würde ich lieber das Objekt besitzen oder das Erlebnis haben?
  2. Wird sich das Objekt innerhalb von Wochen in die tägliche Routine integrieren, gewichten Sie das Erlebnis stärker.
  3. Priorisieren Sie geteilte oder neuartige Erlebnisse, die Adaption am längsten widerstehen.

Evidenz

Thomas Gilovich und Kollegen fanden über mehrere Studien hinweg, dass Menschen von erlebnisbasierten Käufen größere dauerhafte Zufriedenheit berichteten als von materiellen, selbst bei Kontrolle der Kosten. (observational)

Der Effekt ist robust in Selbstauskunftsstudien, aber manche Forschung findet, dass materielle Güter gewinnen, wenn sie wiederholte Erlebnisse ermöglichen (ein gutes Fahrrad, eine Küche) – die Kategoriegrenze ist entscheidend.

Quellen

  • Van Boven & Gilovich (2003), "To Do or to Have? That Is the Question," Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

„Erlebnisse" nur als Urlaube zu behandeln – das Prinzip gilt gleichermaßen für ein Abendessen, eine Lektion oder einen Nachmittag, an dem man etwas Neues tut.

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