Bringe deine Annahmen ans Licht und prüfe sie

Benenne die Annahmen, die die Lücke zwischen den ausgewählten Daten und der erreichten Interpretation füllen.

Why it works

Annahmen sind die unsichtbaren Glieder in der Schlusskette — die Überzeugungen, die du nicht bewusst gewählt hast, die aber nötig sind, damit die Interpretation aus den Daten folgt. Sie sind der haltenden Person oft so selbstverständlich, dass sie gar nicht als Annahmen erkannt werden. Sie explizit zu machen, verwandelt sie von unsichtbarer Architektur in prüfbare Hypothesen — die Mindestvoraussetzung, um zu prüfen, ob sie gerechtfertigt sind.

How to do it

  1. Frage: "Was müsste über Menschen (oder die Welt) wahr sein, damit meine Interpretation aus den Daten folgt?"
  2. Schreibe diese Aussagen als "Ich nehme an, dass …"
  3. Prüfe jede Annahme: Beruht sie auf Belegen, oder ist sie eine mitgebrachte Standardüberzeugung?
  4. Bitte jemanden mit anderem Hintergrund zu benennen, welche Annahmen er bei dir vermutet.

Evidenz

Argyris' eigene Forschung zum organisationalen Doppelschleifen-Lernen dokumentiert, wie ungeprüfte Annahmen defensive Routinen aufrechterhalten, die wirksame Problemlösung verhindern — direkte Motivation für die Praxis, Annahmen offenzulegen. Das allgemeine Prinzip (implizite Überzeugungen treiben Verhalten und müssen offengelegt werden, um es zu ändern) ist auch in der kognitiven Therapie grundlegend. (clinical)

Die Forschung ist überwiegend organisational und fallstudienbasiert; RCT-Evidenz für die Praxis, Annahmen als individuelle kognitive Intervention offenzulegen, ist begrenzt.

Quellen

  • Argyris & Schön (1978), Organizational Learning: A Theory of Action Perspective

Häufiger Fehler

Deine Annahmen so abstrakt zu formulieren, dass sie nicht prüfbar sind ("Ich nehme an, Menschen haben gute Absichten"), statt konkret genug, um geprüft zu werden ("Ich nehme an, sie wusste vom Meeting").

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