Prüfe Schlussfolgerungen, bevor du danach handelst

Behandle deine Schlussfolgerung als Hypothese und finde einen Beleg, der sie bestätigen oder widerlegen würde.

Why it works

Schlussfolgerungen, die durch schnelles Erklimmen der Leiter erreicht werden, fühlen sich sicher an — nicht wie zu prüfende Hypothesen, sondern wie Beschreibungen der Realität. Auf ungeprüfte Schlussfolgerungen zu handeln erzeugt genau die kostspieligen Fehler, die das Leitermodell vorhersagt. Die Schlussfolgerung, auch nur kurz, als Hypothese zu behandeln, reaktiviert die Unsicherheit, die der schnelle Aufstieg unterdrückt hat, und macht eine kleine Überprüfung wahrscheinlicher.

How to do it

  1. Formuliere die Schlussfolgerung explizit: "Ich glaube X."
  2. Frage: Welcher Beleg würde das bestätigen, und welcher würde es widerlegen?
  3. Suche aktiv nach dem widerlegenden Beleg, bevor du handelst.
  4. Handle vorläufig, wenn die Folgen gering sind; verzögere oder überprüfe, wenn die Folgen groß und eine Widerlegung möglich sind.

Evidenz

Falsifikationistisches Denken — nach widerlegenden statt bestätigenden Belegen zu suchen — ist die methodische Norm in der Wissenschaft und wird in der angewandten Urteilsforschung als Entzerrungstechnik gestützt, ist aber kognitiv aufwendig und wird selten spontan angewandt. (mechanistic)

Menschen widersetzen sich der Suche nach Widerlegung selbst dann, wenn sie dazu angewiesen werden; die Praxis erfordert echtes Engagement dafür, im Unrecht zu sein, nicht nur die Suche zu vollziehen.

Häufiger Fehler

Nach widerlegenden Belegen zu suchen, während man bereits sicher ist, dass die Schlussfolgerung richtig ist — echter Falsifikationismus erfordert echte Offenheit dafür, dass die Schlussfolgerung falsch sein könnte.

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