Die Wunderfrage zur Zielklärung nutzen
Wenden Sie die Wunderfrage an, um das eigentliche Ziel hinter einer zunächst geäußerten Beschwerde oder einem Problem zu klären.
Why it works
Menschen kommen oft mit einer Beschwerde ('Ich bin ängstlich', 'Ich kann mich nicht motivieren') statt mit einem Ziel ins Coaching oder in die Therapie. Beschwerden sind Beschreibungen des Problems; Ziele sind Beschreibungen der bevorzugten Alternative — und diese sind nicht immer offensichtliche Umkehrungen voneinander ('nicht ängstlich' ist eine Abwesenheit, kein Ziel). Die Wunderfrage verwandelt Beschwerden in Ziele, indem sie die Beschreibung des gewünschten Zustands erzwingt: die auftauchenden Details offenbaren, was die Person tatsächlich möchte, nicht nur, was sie zu erleben aufhören möchte.
How to do it
- Wenn jemand eine Beschwerde oder ein Problem vorbringt, führen Sie die Wunderfrage sanft als Zielklärungsinstrument ein.
- Fassen Sie nach der Wunderbeschreibung das eingebettete Ziel zusammen: 'Es klingt also, als wollten Sie eigentlich [X] — stimmt das?'
- Prüfen Sie, ob das genannte Ziel ein Hinbewegungsziel oder ein Wegbewegungsziel ist: Hinbewegungsziele ('Ich möchte in Meetings selbstsicher sein') sind handlungsfähiger.
- Wenn das Ziel noch negativ ist ('nicht ängstlich'), fragen Sie: 'Wenn Sie nicht ängstlich wären, was würden Sie stattdessen tun?', um das Hinbewegungsziel herauszuarbeiten.
- Nutzen Sie dieses geklärte Ziel als Anker für die gesamte weitere Arbeit.
Evidenz
Die Unterscheidung zwischen Annäherungs- und Vermeidungszielen hat starke Unterstützung aus der Motivationspsychologie: Annäherungsziele erzeugen bessere Ergebnisse als Vermeidungsziele in den meisten Zielbereichen. Elliot & Church (1997) etablierten das hierarchische Modell, in dem Vermeidungsziele empirisch schlechteres Wohlbefinden und schlechtere Leistung vorhersagen als Annäherungsziele — die Grundlage für die Umwandlung einer Beschwerde in ein Hinbewegungsziel. (observational)
Die Zielrahmungsforschung ist robust; sie durch das Format der Wunderfrage anzuwenden ist klinisch etabliert, aber nicht separat getestet.
Quellen
- Elliot & Friedman (2007), "Approach-avoidance motivation in personality", Handbook of Personality Psychology
- Elliot, A. J., & Church, M. A. (1997). A hierarchical model of approach and avoidance achievement motivation. Journal of Personality and Social Psychology, 72(1), 218-232.
Häufiger Fehler
Die erste Zielbeschreibung zu akzeptieren, ohne zu prüfen, ob es sich um ein echtes Hinbewegungsziel handelt — 'Ich möchte aufhören, mich festgefahren zu fühlen' ist immer noch Vermeidung; 'Ich möchte mich bei der Arbeit erfüllt fühlen' ist ein erstrebenswertes Hinbewegungsziel.
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- Zuversichtsskalierung nach der Wunderfrage
Sobald das Wunder beschrieben ist, skalieren Sie, wie zuversichtlich die Person ist, dass sie einen kleinen Schritt darauf zu machen kann.
- Die Wunderfrage als Selbstcoaching-Instrument
Wenden Sie die Wunderfrage bei sich selbst an — in einem Tagebuch oder einer Reflexion —, wann immer Sie feststecken oder unklar sind, was Sie wollen.
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