In Wahrscheinlichkeiten denken, nicht in Gewissheiten

Ersetzen Sie "Ich denke, das wird passieren" durch "Ich denke, es gibt eine 70%-Chance, dass das passiert."

Why it works

Binäres Denken – wird/wird nicht, richtig/falsch – verbirgt die Unsicherheit, die tatsächlich in fast jeder Prognose vorhanden ist. Überzeugungen als Wahrscheinlichkeiten auszudrücken erzwingt intellektuelle Ehrlichkeit über Zuversicht und schafft einen Rahmen für Aktualisierung: wenn Sie 70% sagen und das Ereignis in 40% der Fälle eintritt, ist Ihre Kalibrierung falsch, und Sie können sie verbessern. Binäre Vorhersagen sind unfalsifizierbar, bis etwas vollständig scheitert.

How to do it

  1. Wenn Sie eine Überzeugung darüber bilden, was passieren wird, weisen Sie eine grobe Prozent-Zuversicht zu: 90%, 70%, 50%.
  2. Nutzen Sie den Prozentsatz, um Unsicherheit sich selbst und anderen zu kommunizieren, statt falscher Gewissheit.
  3. Verfolgen Sie Vorhersagen über Zeit und vergleichen Sie Ergebnisse mit den angegebenen Wahrscheinlichkeiten.
  4. Aktualisieren Sie Wahrscheinlichkeiten, wenn neue Information eintrifft, statt an festen Positionen festzuhalten.

Evidenz

Kalibrierungstraining – zu lernen, akkurate Wahrscheinlichkeiten zuzuweisen – verbessert nachweislich die Prognosegenauigkeit. Superforecaster, die Ansichten probabilistisch ausdrücken und verfolgen, übertreffen Analysten, die das nicht tun, deutlich. (observational)

Kalibrierungsverbesserung erfordert Feedback über viele Vorhersagen hinweg; für einmalige neuartige Entscheidungen sind Wahrscheinlichkeitsschätzungen schwerer zu kalibrieren und unsicherer.

Quellen

  • Tetlock & Gardner (2015), Superforecasting — probabilistic forecasters vs expert political judgment

Häufiger Fehler

Runde Zahlen (50/50, 99%) als Standard zu nutzen statt wirklich zwischen 60% und 75% zu unterscheiden – probabilistisches Denken erfordert echte Differenzierung.

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