Gib nach für Beziehungen — aber nicht auf Kosten wichtiger Interessen
Nachgeben ist angemessen, wenn du im Unrecht warst, das Thema trivial ist oder der Erhalt der Beziehung deinen Anteil am Ergebnis überwiegt.
Why it works
Nachgeben gibt der anderen Partei, was sie will, auf Kosten der eigenen Position. Es baut Wohlwollen und Beziehungsguthaben auf, wenn es echt genutzt wird, aber wenn es habituell genutzt wird — besonders um Unbehagen zu vermeiden — trainiert es andere darin, zu eskalieren, bis du nachgibst, und trainiert das eigene Nervensystem darin, dass die eigenen Bedürfnisse nicht zählen. Forschung zur Selbstvertretung zeigt, dass langfristig chronisches Nachgeben mit Groll-Anhäufung und reduzierter Selbstwirksamkeit korreliert.
How to do it
- Prüfe vor dem Nachgeben deine Motivation: Tue ich das, weil die Beziehung wirklich wichtiger ist, oder weil es mir unangenehm ist, für mich selbst einzutreten?
- Wenn du nachgibst, weil das Thema wirklich klein ist, sag es: "Das ist für mich kein Hügel, den ich verteidigen will — mach es, wie du willst."
- Verfolge dein Nachgeben über Beziehungen hinweg: Wenn du immer die Person bist, die klein beigibt, ist das ein Muster, das dich etwas kostet.
Evidenz
Forschung zu Menschen-gefallen-Wollen und Selbstzum-Schweigen-Bringen zeigt, dass chronisches Nachgeben in engen Beziehungen reduziertes Wohlbefinden und erhöhten Beziehungskonflikt über die Zeit vorhersagt, trotz kurzfristiger Harmonie. (observational)
Die Forschung zum Selbstzum-Schweigen-Bringen fokussiert vorwiegend auf Geschlechterdynamiken in engen Beziehungen; die Übertragung auf alle Arbeitsplatz-Nachgebe-Kontexte beinhaltet kontextuelle Unterschiede.
Quellen
- Jack, D. C. & Dill, D. (1992). The silencing the self scale: Schemas of intimacy associated with depression in women. Psychology of Women Quarterly, 16(1), 97–106.
Häufiger Fehler
Bei jedem Konflikt nachgeben und es "Teamplayer sein" nennen — das trainiert andere darin, dass deine geäußerten Positionen Eröffnungsangebote sind, keine echten Bedürfnisse.
Übe das mit IX Coach
More practices for Das Thomas-Kilmann-Konfliktmodell (TKI)
- Identifiziere deinen Standard-Konfliktmodus
Bevor du einen Modus wählen kannst, musst du wissen, welchen du automatisch nutzt.
- Nutze Durchsetzen, wenn Geschwindigkeit oder Sicherheit wichtiger sind als Zustimmung
Durchsetzen — hoch durchsetzungsfähig, wenig kooperativ — ist angemessen, wenn die Entscheidung dringend, folgenreich und nicht verhandelbar ist.
- Nutze Kollaborieren, wenn Beziehung und Lösung beide zählen
Kollaborieren — hoch durchsetzungsfähig, hoch kooperativ — findet eine Lösung, die für beide Seiten wirklich funktioniert, braucht aber Zeit.
- Nutze Vermeiden strategisch, nicht reflexartig
Vermeiden hat seinen Platz — aber nur, wenn das Thema trivial ist, das Timing falsch ist oder Abkühlen nötig ist.
- Nutze Kompromiss — aber kenne seinen versteckten Preis
Kompromiss teilt die Differenz; er ist schnell, aber beide Parteien verlieren etwas und keine ist voll zufrieden.
- Erkenne, wann du den Modus mitten im Konflikt wechseln solltest
Der Modus, der zu Beginn eines Gesprächs richtig ist, ist es vielleicht zehn Minuten später nicht mehr.
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