Nutze Kompromiss — aber kenne seinen versteckten Preis

Kompromiss teilt die Differenz; er ist schnell, aber beide Parteien verlieren etwas und keine ist voll zufrieden.

Why it works

Kompromiss findet eine Mittelposition, die keine Partei wirklich will. Er ist schneller als Kollaborieren und weniger schädlich als Durchsetzen, aber nicht dasselbe wie eine integrative Lösung — beide Parteien geben etwas Reales auf. Über die Zeit häufen Teams, die sich bei jedem Konflikt auf Kompromiss verlassen, einen Rückstau an Halbmaßnahmen an, und niemand fühlt, dass seine tatsächlichen Bedürfnisse gehört wurden. Kompromiss ist am effektivsten, wenn Zeit begrenzt ist, Ziele nur mäßig wichtig sind und die Beziehung wichtiger ist als das Ergebnis.

How to do it

  1. Bevor du standardmäßig zum Kompromiss greifst, prüfe: Gibt es eine integrative Lösung, die wir noch nicht gefunden haben? Zu früher Kompromiss verschließt Kollaborieren.
  2. Beim Kompromiss den Verlust explizit benennen: "Ich gebe X auf, und du gibst Y auf. Wir akzeptieren beide hier einen Preis."
  3. "Die Differenz teilen" nicht als Gerechtigkeitsprinzip nutzen — es behandelt willkürliche Ausgangspositionen als moralisch gleichwertig.

Evidenz

Verhandlungsforschung unterscheidet integrative Vereinbarungen (den Kuchen vergrößern) von distributiven Vereinbarungen (den Kuchen teilen). Kompromiss ist eine distributive Lösung; beide Parteien lassen Wert liegen, den Kollaborieren hätte erfassen können. (observational)

Kompromiss ist oft die realistisch beste Option, wenn Zeit oder Vertrauen begrenzt sind; die Kritik betrifft die Nutzung als Standard statt als überlegte Wahl.

Quellen

  • Pruitt, D. G. (1981). Negotiation Behavior. Academic Press.

Häufiger Fehler

"Die Differenz teilen" als grundsätzlich fair und reif behandeln — das ist es nicht, wenn die Ausgangsposition einer Partei extremer oder berechtigter war.

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