Wende den „Wert pro Euro"-Test bei größeren Anschaffungen an

Frag vor einer großen Anschaffung, wie viel Wohlbefinden pro Euro das im Vergleich zu Alternativen zu gleichen Kosten erzeugt.

Why it works

Große Anschaffungen lösen affektive Vorhersage aus – die Vorhersage, wie gut sich die Anschaffung anfühlen wird –, die systematisch verzerrt ist zur Überschätzung von Ausmaß und Dauer der Zufriedenheit. Der Wert-pro-Euro-Rahmen wirkt dem entgegen, indem er explizit mit Alternativen vergleicht: „Würden 500 Euro für X oder Y ausgegeben mehr anhaltende Zufriedenheit erzeugen?" Dieser Vergleich ist unter normalen Kaufbedingungen nicht intuitiv und muss bewusst herbeigeführt werden.

How to do it

  1. Halte vor jeder Anschaffung über einer selbst gesetzten Schwelle (sagen wir 200 Euro) inne und generiere zwei Alternativen zu denselben Kosten.
  2. Schätze für jede Option – einschließlich der ursprünglichen – wie sie deinen Top-Werten dient und für wie lange.
  3. Entscheide basierend auf dem wertgewichteten Vergleich, nicht basierend darauf, welche Option den stärksten emotionalen Sog im Moment hat.

Evidenz

Forschung zur Vernachlässigung von Opportunitätskosten zeigt, dass Menschen selten spontan bedenken, was sie sonst mit demselben Geld tun könnten; diese Überlegung anzustoßen reduziert impulsives Ausgeben und verbessert die subjektive Zufriedenheit mit der getroffenen Wahl. (observational)

Laborstudien zeigen, dass der Anstoß hilft; ob Menschen ihn in realen Kaufkontexten konsistent anwenden, ist weniger klar – Gewohnheitsbildung erfordert wiederholte Übung.

Quellen

  • Frederick et al. (2009), "Opportunity Cost Neglect," Journal of Consumer Research

Häufiger Fehler

Die Schwelle so hoch anzusetzen, dass die meisten Käufe dem Test entgehen – eine Schwelle von 200 Euro verpasst den Bereich von 40–100 Euro, wo die meisten unreflektierten Ausgaben passieren.

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