Ermittle deine tatsächlichen Werte, bevor du auf dein Budget schaust

Schreib deine Top fünf Werte auf, ohne deinen Kontoauszug anzusehen – vergleiche dann beide.

Why it works

Die meisten Menschen glauben, ihr Ausgeben spiegele ihre Werte wider, haben das aber nie getestet. Die Lücke zwischen erklärten Werten und tatsächlichem Ausgabeverhalten ist eine verlässliche Quelle finanzieller Unzufriedenheit, die verborgen bleibt, wenn Budgetierung mit Ausgabekategorien statt mit Werten beginnt. Werte zuerst zu ermitteln – bevor die Ausgabendaten das Gespräch verankern – erzeugt einen ehrlichen Referenzpunkt, an dem die aktuelle Verteilung gemessen werden kann.

How to do it

  1. Schreib fünf Dinge auf, die in deinem Leben am meisten zählen (Beziehungen, Freiheit, Gesundheit, Kreativität – was auch immer wahr ist, nicht aspirational).
  2. Zieh deine Bank- und Kreditkartendaten der letzten drei Monate.
  3. Ordne jede Ausgabenkategorie deinen fünf Werten zu und markiere alles, was zu keinem passt.
  4. Notiere die Lücke: Wohin fließt Geld, das keinem erklärten Wert dient?

Evidenz

Forschung zur Werte-Verhaltens-Ausrichtung zeigt, dass subjektives Wohlbefinden höher ist, wenn Verhalten mit selbstbestimmten Werten übereinstimmt – ein Befund verwurzelt in der Selbstbestimmungstheorie. Die Anwendung auf finanzielles Verhalten ist mechanistisch. (mechanistic)

Werteermittlung bringt zutage, was Menschen berichten zu werten; tatsächliche Werte können abweichen. Die Technik nimmt an, dass Selbstbericht richtungsweisend akkurat ist, auch wenn unvollkommen.

Quellen

  • Deci & Ryan (2000), self-determination theory and intrinsic motivation, Psychological Inquiry

Häufiger Fehler

Zuerst auf den Kontoauszug zu schauen und dann rückwärts zu „Werten" zu arbeiten, die das bestehende Muster rechtfertigen – das ist Rationalisierung, keine Werteermittlung.

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