Die dunkle Nacht der Seele: Johannes vom Kreuz

Johannes vom Kreuz' Karte geistlicher Trostlosigkeit und die Praktiken, sie zu durchqueren

Was ist die dunkle Nacht der Seele?

Die „dunkle Nacht der Seele“ ist ein Ausdruck des spanischen Mystikers Johannes vom Kreuz aus dem 16. Jahrhundert, der eine Phase der geistlichen Reise beschreibt, in der gewöhnliche Stützen — gefühlter Trost, Klarheit und geistliche Erfahrung — entzogen werden, sodass die Person in einer scheinbaren Leere zurückbleibt, die Johannes als läuternd statt zerstörerisch ansah. Der Ausdruck ist in die Populärkultur eingegangen, um jede tiefe Sinn-, Glaubens- oder Identitätskrise zu bezeichnen. Johannes' Rahmenwerk ist theologisch; seine phänomenologischen Beschreibungen überschneiden sich mit erforschten Erfahrungen von Sinnstiftung, posttraumatischem Wachstum und psychologischer Transformation.

Juan de Yepes Álvarez (1542–1591), bekannt als Johannes vom Kreuz, war ein spanischer Karmelitermystiker und Mitstreiter Teresas von Ávila. Seine beiden Hauptwerke, „Der Aufstieg zum Berg Karmel“ und „Die dunkle Nacht“, sind die systematischsten Darstellungen der christlichen Tradition zur Erfahrung geistlicher Trostlosigkeit und ihrer Durchquerung. Die „dunkle Nacht“ beschreibt zwei Erfahrungen: die Nacht der Sinne, in der sinnliche und andächtige Tröstungen entzogen werden, und die Nacht des Geistes, eine tiefere und umfassendere Trostlosigkeit. Johannes' zentrales Argument ist, dass beide läuternd statt strafend sind — sie entfernen, was er „Anhaftungen“ nannte, damit die Person eine vollständigere Transformation empfangen kann.

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