Radikale Akzeptanz in einer Krise

Erkennen Sie voll an, dass dies gerade passiert — beenden Sie den Krieg mit der Realität, um Energie fürs Durchkommen freizusetzen.

Why it works

Gegen eine unveränderliche Realität anzukämpfen ist ein zweiter, selbstverursachter Stressor obendrauf auf den ursprünglichen Schmerz. Radikale Akzeptanz entfernt diese Schicht: nicht die Situation gutheißen, nicht aufgeben, sondern den mentalen Protest beenden, der das Nervensystem in einem Alarmzustand über Fakten hält, die sich nicht ändern werden. Die zuvor auf Widerstand verwendete Energie wird für Bewältigung verfügbar.

How to do it

  1. Benennen Sie die Realität klar: „Das passiert. Das ist, was gerade wahr ist.“
  2. Bemerken Sie den Gedanken „Das sollte nicht sein“ und erkennen Sie ihn als optional — ein Protest, der nichts ändert.
  3. Wenden Sie den Geist Richtung Akzeptanz: „Ich kann das durchstehen, auch wenn es schrecklich ist.“
  4. Wiederholen Sie die Wendung — Akzeptanz ist kein Schalter, den Sie einmal umlegen, sondern eine Praxis, zu der Sie zurückkehren.

Evidenz

Radikale Akzeptanz wurzelt in der DBT und deckt sich mit akzeptanzbasierten Mechanismen der ACT, wo erlebnisbezogene Vermeidung (Kampf gegen inneres Erleben) Ergebnisse zuverlässig verschlechtert. DBT hat starke randomisierte Studienevidenz; der Akzeptanzmechanismus hat klinische Unterstützung über mehrere Traditionen hinweg. (clinical)

Akzeptanz ist angemessen, wenn die Situation gerade jetzt nicht geändert werden kann. Sie ist keine Vorschrift, andauernden Schaden zu tolerieren — Akzeptanz und Handeln bestehen nebeneinander.

Quellen

  • Hayes, Strosahl & Wilson (1999), Acceptance and Commitment Therapy — acceptance mechanism

Häufiger Fehler

Radikale Akzeptanz mit Zustimmung oder Resignation verwechseln — „Ich akzeptiere das“ zu sagen und dabei „Ich gebe auf“ zu meinen ist weder Akzeptanz noch wirksam.

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