Vor der Zustimmung zu einem Eindruck innehalten
Wenn ein lebhafter Eindruck trifft, sag 'du bist nur ein Eindruck', bevor du ihn glaubst.
Why it works
Epiktet lehrt eine Lücke zwischen dem Eindruck (der rohen Erscheinung – 'das ist furchtbar') und deiner Zustimmung (dem Zustimmen, dass es wahr ist). Die Emotion folgt der Zustimmung, nicht dem Eindruck, also lässt eine eingefügte Pause dich die Erscheinung prüfen und eine falsche zurückweisen. 'Prüfe und unterscheide', bevor du zustimmst – in dieser Lücke liegt Freiheit.
How to do it
- Wenn ein starker Eindruck ankommt, benenne ihn: 'du bist ein Eindruck, nicht das, was du zu sein behauptest'.
- Frage, ob er etwas betrifft, das in deiner Macht liegt, und ob der alarmierende Teil Fakt oder Urteil ist.
- Halte die Zustimmung zurück, bis du ihn geprüft hast; stimme dann zu oder nicht, bewusst.
Evidenz
Dies ist der ausdrückliche Vorläufer der kognitiven Umstrukturierung in der KVT – einen automatischen Gedanken abfangen, ihn prüfen und wählen, ob man ihn glaubt. Es entspricht auch dem untersuchten Nutzen, eine Pause zwischen Reiz und Reaktion einzufügen. (clinical)
Gestützt über die gut belegte KVT-Technik, die es vorwegnimmt, nicht als Epiktets Wortlaut an sich. Der Mechanismus ist real; die Formulierung ist philosophisch.
Quellen
- Gross, J. J. (1998). Antecedent- and response-focused emotion regulation: Divergent consequences for experience, expression, and physiology. Journal of Personality and Social Psychology, 74(1), 224–237.
- Webb, T. L., Miles, E., & Sheeran, P. (2012). Dealing with feeling: A meta-analysis of the effectiveness of strategies derived from the process model of emotion regulation. Psychological Bulletin, 138(4), 775–808.
Häufiger Fehler
Versuchen, den Eindruck zu unterdrücken, statt ihn zu prüfen. Der Schritt ist nicht 'hab den Gedanken nicht' – es ist 'glaub ihn nicht automatisch'.
Übe das mit IX Coach
More practices for Das Enchiridion, als Handbuch
- Sortiere, was in deiner Macht liegt
Epiktets erster und zentraler Schachzug: Teile alles in das, was in deiner Macht liegt, und das, was es nicht ist.
- Nicht die Dinge sind es, die uns stören
'Menschen werden nicht durch die Dinge gestört, sondern durch ihre Urteile über die Dinge.'
- Spiele deine Rolle gut
Du bist Schauspieler in einem Stück, dessen Rolle zugeteilt ist; deine einzige Aufgabe ist, sie gut zu spielen.
- Verlangen und Abneigung disziplinieren
Wolle nur, was in deiner Macht liegt, und meide nur, was in deiner Macht liegt – dann kannst du nicht vereitelt werden.
- Handle mit dem Vorbehaltsklausel
Verpflichte dich voll deinem Plan, aber füge 'wenn das Schicksal es erlaubt' hinzu – damit ein blockiertes Ergebnis dich nicht bricht.
- Die Meinungen anderer über dich loslassen
Die Verachtung eines anderen ist dessen Urteil, nicht deine Angelegenheit; nur dein eigenes Verhalten ist deine Sache.
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