Sortiere, was in deiner Macht liegt

Epiktets erster und zentraler Schachzug: Teile alles in das, was in deiner Macht liegt, und das, was es nicht ist.

Why it works

Das Enchiridion beginnt hier, weil alles andere davon abhängt: 'Manches liegt in unserer Macht, manches nicht.' Leiden, so Epiktet, entsteht daraus, Macht über das zu wollen, worüber wir keine haben. Das Sortieren zwingt deinen Aufwand in die einzige Domäne, die du tatsächlich beherrschst – deine Urteile, Wünsche und Handlungen – und lässt dich aufhören, Energie in Ergebnisse, andere Menschen und die Vergangenheit zu stecken.

How to do it

  1. Benenne, was dich beschäftigt, und teile es dann: meine Urteile/Entscheidungen/Anstrengung vs. Ergebnisse/andere/Umstände.
  2. Verpflichte dich vollständig zur ersten Gruppe; lass die zweite bewusst los.
  3. Wenn Aufregung zurückkehrt, prüfe, auf welche Seite der Linie du zurückgerutscht bist.

Evidenz

Diese Kontroll-/Bewertungsunterscheidung ist der konzeptionelle Keim der kognitiven Verhaltenstherapie, deren Begründer die Stoiker explizit als Vorbild nannten. Die Neubewertungsmethoden der KVT gehören zu den am besten gestützten Werkzeugen der klinischen Psychologie. (clinical)

Die klinische Evidenz gilt für moderne KVT-Neubewertung, nicht für die antike Maxime wörtlich genommen. Die Linie ist real, die spezifische Rahmung ist philosophisch.

Quellen

Häufiger Fehler

Ergebnisse, die man beeinflusst (ein Resultat, eine Beziehung, den Ruf), unter 'liegt in meiner Macht' einordnen und dann zerbrechen, wenn sie nicht mitspielen. Nur dein Aufwand und dein Urteil gehören dir vollständig.

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