Verzögertes Testen statt sofortige Wiederholung

Teste dich nach einer Verzögerung statt direkt nach dem Lernen, um ein genaues FOK-Bild zu bekommen.

Why it works

Unmittelbar nach dem Lernen ist Material im Arbeitsgedächtnis hochgradig verfügbar, was ein künstlich hohes FOK und aufgeblähte Testleistung erzeugt. Das FOK-Signal verfolgt teilweise kurzfristige Verfügbarkeit, nicht langfristige Behaltensleistung. Testen nach einer Verzögerung (24 Stunden oder mehr) lässt kurzfristige Verfügbarkeit abklingen, sodass FOK und Testleistung die tatsächliche dauerhafte Kodierung widerspiegeln statt vorübergehende Aktivierung.

How to do it

  1. Nach einer Lernsitzung dem Drang widerstehen, sich sofort selbst zu testen.
  2. Den Test für mindestens 24 Stunden später einplanen (Wiederholung am nächsten Morgen ist ein guter Mindestwert).
  3. Vor dem Test das FOK-Urteil abgeben, wie gut man sich erinnern zu können erwartet.
  4. Das FOK mit den Ergebnissen vergleichen – die Lücke ist ehrlicher als nach sofortiger Wiederholung.

Evidenz

Der Spacing-Effekt gehört zu den am besten replizierten Befunden der Gedächtnisforschung: verzögertes Testen erzeugt bessere langfristige Behaltensleistung als sofortige Wiederholung. Sofortiges Testen bläht außerdem die FOK-Genauigkeit relativ zur Behaltensleistung auf. (rct)

Verzögertes Testen reduziert die unmittelbare Leistung – es kann sich wie Vergessen statt Lernen anfühlen –, was es psychologisch unangenehm macht, es anzunehmen, obwohl es effektiver ist.

Quellen

  • Cepeda et al. (2006), "Distributed practice in verbal recall tasks," Psychological Bulletin

Häufiger Fehler

In derselben Sitzung lernen und testen und dann das hohe Testergebnis als Beleg dafür nutzen, dass das Material gelernt ist – was vorübergehende Verfügbarkeit mit dauerhafter Behaltensleistung verwechselt.

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