Lernsicherheit etablieren — Fehler machen ohne Bestrafung

Es sicher machen, Fragen zu stellen, Fehler zu machen und Nichtwissen zuzugeben — ohne soziale Strafe.

Why it works

Lernen erfordert Experimentieren, das Scheitern erfordert, das wiederum erfordert, dass Scheitern das soziale Ansehen nicht schädigt. Wenn Fehler bestraft werden — explizit oder implizit —, hören Menschen auf zu experimentieren und greifen standardmäßig auf bewährtes Verhalten zurück. Das ist individuell rational, aber organisatorisch katastrophal: Das Team hört genau in dem Tempo auf zu lernen, das für Anpassung nötig wäre.

How to do it

  1. Modelliere Scheitern öffentlich: Teile etwas, das du falsch gemacht hast, und was du gelernt hast, ohne performative Selbstherabsetzung.
  2. Reagiere bei einem Fehler mit Neugier vor Konsequenz: "Was ist passiert? Was hast du gelernt?"
  3. Unterscheide explizit ehrliche Fehler (unterstützungswürdig) von fahrlässigen Fehlern (rechenschaftswürdig).
  4. Schaffe explizite Lernzonen — zeitlich begrenzte Experimente, bei denen Scheitern erwartet und analysiert statt bestraft wird.

Evidenz

Edmondsons ursprüngliche Forschung zu psychologischer Sicherheit fokussierte stark auf Lernverhalten: ob Teammitglieder Fehler melden und um Hilfe bitten würden. Teams mit höherer Sicherheit zeigten schnelleres Lernen und bessere Ergebnisse in medizinischen und organisatorischen Kontexten. (observational)

Edmondsons Forschung ist weitgehend beobachtend und querschnittlich; die Kausalrichtung (Sicherheit verursacht Lernen, oder lernfähige Teams schaffen Sicherheit) ist schwer eindeutig zu bestimmen.

Quellen

Häufiger Fehler

Zu sagen "Scheitern ist hier okay", ohne zu ändern, wie mit Fehlern tatsächlich umgegangen wird — das Team beobachtet Verhalten, nicht Aussagen, und ein bestrafter Fehler macht Dutzende Beteuerungen zunichte.

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