Kartiere die Interessen beider Seiten, bevor du Lösungen erzeugst
Schreib die bekannten und vermuteten Interessen beider Parteien auf, bevor du irgendetwas vorschlägst – die Karte zeigt Tauschgeschäfte, die keine einzelne Position könnte.
Why it works
Interessen beider Seiten gleichzeitig zu visualisieren wirkt der Annahme eines feststehenden Kuchens entgegen: Wenn du sehen kannst, dass deinem Gegenüber X sehr wichtig ist und dir vor allem Y wichtig ist, wird ein Tausch, der jedem das vorrangige Thema gibt, offensichtlich. Ohne die Karte greifen beide Seiten standardmäßig zur Positionsteilung, weil niemand die Struktur dessen sieht, was tatsächlich zählt.
How to do it
- Liste vor der Verhandlung deine eigenen Interessen nach Priorität: Was brauchst du am meisten? Was würdest du im Tausch aufgeben?
- Liste deine beste Einschätzung der Interessen der Gegenseite – was du weißt, ableitest und noch herausfinden musst.
- Notiere, wo Prioritäten unterschiedlich sind: Das sind die tauschbaren Themen. Wo sie übereinstimmen, such nach gemeinsamem Gewinn.
- Nutze die Karte, um mindestens drei Lösungsoptionen zu erzeugen, bevor du eine bewertest.
Evidenz
Research on perspective-taking and fixed-pie bias shows that accurate understanding of counterpart interests significantly reduces zero-sum assumptions and increases integrative outcomes. Galinsky and colleagues (2008) further isolate the active ingredient: it is perspective-taking — building an accurate model of what the other side needs — rather than empathy that drives the joint gains. (rct)
Interest maps based on inference are only as good as the inference. Confirming interest estimates through direct conversation is more reliable than assuming you have correctly inferred what matters most.
Quellen
- Thompson & Hastie (1990), "Social perception in negotiation", Organizational Behavior and Human Decision Processes
- Thompson, L., & Hastie, R. (1990). Social perception in negotiation. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 47(1), 98-123.
- Galinsky, A. D., Maddux, W. W., Gilin, D., & White, J. B. (2008). Why it pays to get inside the head of your opponent: The differential effects of perspective taking and empathy in negotiations. Psychological Science, 19(4), 378-384.
Häufiger Fehler
Vor der Verhandlung nur die eigenen Interessen zu kartieren und die Interessen der Gegenseite als etwas zu behandeln, das reaktiv entdeckt wird – ohne Hypothese darüber, was sie brauchen, einzusteigen lässt dich ohne Rahmen für kreative Lösungserzeugung.
Übe das mit IX Coach
More practices for Interessen vs. Positionen: Der Kern integrativer Verhandlung
- Frag "warum", bevor du eine Lösung vorschlägst
Verstehe das Interesse hinter einer Position, bevor du irgendeine Lösung erzeugst – Lösungen, die erfunden werden, bevor Interessen verstanden sind, lösen meist das falsche Problem.
- Offenbare deine eigenen Interessen ausdrücklich – nicht nur deine Positionen
Zu sagen, was du tatsächlich brauchst – nicht nur, worum du bittest – öffnet die Tür zu kreativen Lösungen, die du dir nicht hättest erbitten können.
- Bestimme vereinbare Interessen für gemeinsamen Gewinn
Wenn beiden Seiten dieselbe Sache wichtig ist – Qualität, Ruf, Timing – übertreffen Vereinbarungen, die diesem gemeinsamen Interesse dienen, jede Teilung.
- Tausche über Themen, bei denen jede Seite andere Prioritäten hat
Gib der Gegenseite, was ihr am wichtigsten ist; bekomm, was dir am wichtigsten ist – Logrolling ist nur möglich, wenn Interessen sich unterscheiden.
- Unterscheide inhaltliche, prozedurale und psychologische Interessen
Das Interesse hinter einer Position dreht sich oft nicht ums Geld oder die Bedingungen – es könnte um Gesicht, Fairness oder Kontrolle gehen.
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