Prinzipiengeleitetes Verhandeln, praktisch umgesetzt
Der Vier-Elemente-Rahmen für Vereinbarungen, die halten
Was ist prinzipiengeleitetes Verhandeln und wie wendet man es an?
Prinzipiengeleitetes Verhandeln, entwickelt von Roger Fisher und William Ury in Getting to Yes, ersetzt Positionsverhandeln durch eine Methode mit vier Elementen: Menschen und Problem trennen, sich auf Interessen statt Positionen konzentrieren, Optionen für beiderseitigen Gewinn entwickeln und auf objektiven Kriterien bestehen. Ziel sind Vereinbarungen, die für beide Seiten besser sind als ihre Alternativen – ohne dass eine Seite nachgeben oder hart auftreten muss.
Die meisten Menschen verhandeln positionsbasiert – sie beziehen eine Position und verteidigen sie. Getting to Yes (Fisher & Ury, 1981) argumentierte, dass Positionsverhandeln gemeinsamen Wert liegen lässt und Beziehungen schädigt. Prinzipiengeleitetes Verhandeln bietet eine systematische Alternative, die auf Interessen, objektiven Kriterien und kreativer Optionsgenerierung beruht. Diese Praktiken operationalisieren die vier Elemente zu konkreten Fähigkeiten, die jeder entwickeln kann.
Übungen
- Menschen vom Problem trennen
Beziehungsanliegen und Sachfragen in unterschiedlichen Registern behandeln – Menschen freundlich, das Problem hart angehen.
- Auf Interessen fokussieren, nicht auf Positionen
Fragen, warum eine Position eingenommen wird – das zugrundeliegende Interesse ist fast immer verhandelbarer als die geäußerte Forderung.
- Optionen für beiderseitigen Gewinn entwickeln, bevor man wählt
Mehrere kreative Optionen ohne Verpflichtung generieren, bevor man eine bewertet – der Lösungsraum ist meist größer, als die anfänglichen Positionen andeuten.
- Auf objektiven Kriterien zur Bewertung von Optionen bestehen
Auf einen unabhängigen Standard einigen – Marktpreis, Präzedenzfall, Expertenmeinung – bevor er auf den konkreten Deal angewendet wird.
- Vorschläge als „zustimmungsfähige Angebote“ rahmen
Deine Vorschläge so gestalten, dass der Gegenüber leicht Ja sagen kann – nicht leicht zu deinen Bedingungen, sondern leicht als legitim zu akzeptieren.
- Emotionen in der Verhandlung explizit anerkennen
Benennen, was du bei der anderen Seite an Gefühlen wahrnimmst – das reduziert defensive Hitze und hält das Sachgespräch bearbeitbar.
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