Kartiere deine persönlichen Sinnquellen

Identifiziere die konkreten Aktivitäten, Beziehungen und Überzeugungen, die das Leben lebenswert machen.

Why it works

Sinn ist kein einzelner abstrakter Wert, sondern eine Konstellation domänenspezifischer Quellen. Wenn eine Quelle bedroht ist – durch Krankheit, Verlust oder Übergang –, können Menschen, die die Konstellation kartiert haben, sich bewusst auf andere stützen, die intakt bleiben. Die Sinnquellen zu artikulieren wandelt zudem ein vages gefühltes Erleben in explizite, wiederaufsuchbare Anker um, die laut Kognitionsforschung widerstandsfähiger gegen Verzweiflung sind als unhinterfragte Annahmen.

How to do it

  1. Schreib die fünf Momente im letzten Monat auf, in denen du dich am lebendigsten oder engagiertesten gefühlt hast.
  2. Benenne für jeden Moment, was ihn sinnvoll gemacht hat: Verbindung, Schöpfung, Beitrag, Schönheit oder etwas anderes.
  3. Identifiziere, welche Quellen aktuell zugänglich sind und welche blockiert erscheinen – dort beginnt die Arbeit.
  4. Überprüfe die Liste, wenn sich die Umstände verengen; plane bewusst Zeit mit einer zugänglichen Quelle jede Woche ein.

Evidenz

Sinnzentrierte Gruppentherapie bei Krebspatienten zeigte signifikante Reduktionen von Hoffnungslosigkeit und spirituellem Leid in randomisierten Studien. Die Inventar-Übung ist die Eröffnungssitzung dieses manualisierten Protokolls. (rct)

Die Studien wurden mit Populationen mit fortgeschrittenem Krebs durchgeführt; die Übertragbarkeit auf nicht-klinische Populationen ist plausibel, aber nicht direkt untersucht.

Quellen

  • Breitbart et al. (2010), meaning-centered group psychotherapy vs. supportive group therapy, Journal of Clinical Oncology

Häufiger Fehler

Angestrebte Quellen aufzulisten (Reisen, eine zukünftige Beziehung) statt Quellen, die heute wirklich verfügbar sind – das lässt das Inventar wie eine Erinnerung an das Fehlende wirken.

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