Satisficing statt Maximieren
Wähle die Option, die deine Kriterien erfüllt, statt nach der theoretisch besten zu suchen.
Why it works
Maximierer (Menschen, die die bestmögliche Option suchen) berichten geringere Zufriedenheit als Satisficer (Menschen, die die erste Option wählen, die eine definierte Schwelle erfüllt) — selbst wenn Maximierer objektiv bessere Ergebnisse erzielen. Der Mechanismus ist kontrafaktisches Denken: Maximierer sind sich der nicht gewählten Alternativen stärker bewusst, was die Zufriedenheit mit der getroffenen Wahl mindert. Satisficing reduziert dies, indem die Entscheidung abgeschlossen wird, sobald die Kriterien erfüllt sind — die Aufmerksamkeit kann sich dann darauf richten, das Vorhandene zu genießen, statt es mit dem Möglichen zu vergleichen.
How to do it
- Definiere vor einer Entscheidung, wie "gut genug" aussieht — die konkreten Kriterien, die eine Option zufriedenstellend machen.
- Wähle die erste Option, die diese Kriterien erfüllt, und triff dich damit ab.
- Vermeide es, nach der Entscheidung mit Alternativen zu vergleichen — Was-wäre-wenn-Vergleiche sind der Mechanismus der Unzufriedenheit.
- Reserviere maximierenden Aufwand für Entscheidungen, bei denen der Einsatz das wirklich rechtfertigt.
Evidenz
Barry Schwartz und Kollegen fanden, dass Maximierer geringere Zufriedenheit, mehr Bedauern und mehr Depression berichten als Satisficer — selbst wenn man die Qualität der erzielten Ergebnisse kontrolliert. (observational)
Korrelative Evidenz; die Kausalrichtung ist unklar (geringere Trait-Zufriedenheit könnte Maximierverhalten antreiben statt umgekehrt). Satisficing ist bei folgenschweren, unumkehrbaren Entscheidungen, bei denen sorgfältige Suche klaren Wert hat, tatsächlich schwächer.
Quellen
- Schwartz et al. (2002), maximizing versus satisficing: happiness is a matter of choice, Journal of Personality and Social Psychology
- Schwartz, B., Ward, A., Monterosso, J., Lyubomirsky, S., White, K., & Lehman, D. R. (2002). Maximizing versus satisficing: Happiness is a matter of choice. Journal of Personality and Social Psychology, 83(5), 1178–1197.
Häufiger Fehler
Satisficing auf jede Entscheidung anzuwenden, auch dort, wo Maximieren angebracht wäre (wichtige Gesundheitsentscheidungen, unumkehrbare Lebensentscheidungen) — es als universelle Strategie zu behandeln statt als Standard für Entscheidungen mit niedrigem bis mittlerem Einsatz.
Übe das mit IX Coach
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