Vorhandene Güter genießen, bevor du nach mehr strebst

Nimm dir bewusst Zeit, das Erleben gegenwärtiger Güter zu bemerken und auszudehnen — bevor die hedonische Adaption sie auslöscht.

Why it works

Savoring (Auskosten) ist der Prozess, positiven Erfahrungen Aufmerksamkeit zu schenken und sie wertzuschätzen, während sie geschehen, statt achtlos zur nächsten Sache weiterzugehen. Es wirkt der hedonischen Adaption entgegen, indem es bewusste Aufmerksamkeit auf eine Erfahrung aufrechterhält, an die sich das Gehirn sonst gewöhnen würde. Der Mechanismus ist aufmerksamkeitsbasiert: Savoring hält den Kontrast zwischen "vorher" und "jetzt" länger lebendig und bewahrt so das Belohnungssignal, das Adaption sonst rasch abschwächen würde.

How to do it

  1. Halte nach dem Gewinn von etwas Positivem inne, bevor du weitergehst, und widme ihm zwei bis drei Minuten Aufmerksamkeit.
  2. Verwende sinnliche und konkrete Sprache, um zu beschreiben, was du gerade schätzt.
  3. Widerstehe der Versuchung, in diesem Zeitfenster schon das Nächste zu planen.
  4. Teile das Auskosten mit jemand anderem — soziales Teilen verlängert die positive Erfahrung.

Evidenz

Savoring-Interventionen zeigten in experimenteller und beobachtender Forschung positive Effekte auf Wohlbefinden, positiven Affekt und Lebenszufriedenheit. Jose, Lim & Bryant (2012), eine Tagebuchstudie, verknüpft alltägliches Savoring mit höherer Zufriedenheit am selben Tag und verankert den Mechanismus so in gelebter Alltagspraxis. (rct)

Effekte sind real, aber bescheiden; Menschen unterscheiden sich in ihrer natürlichen Fähigkeit zum Auskosten, und die Praxis kann sich künstlich anfühlen, bis sie zur Gewohnheit wird.

Quellen

Häufiger Fehler

Zu versuchen, durch eine gedankliche Notiz zu genießen ("Das sollte ich zu schätzen wissen") statt tatsächlich auf konkrete, sinnliche Details zu achten — das ist der Unterschied zwischen einer positiven Erfahrung nur zu benennen und sie wirklich zu haben.

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