Betrachte das Gegenteil, bevor du ein Urteil finalisierst

Erzeuge bewusst den Fall für die Schlussfolgerung, die du nicht erreichst.

Why it works

Bestätigungsverzerrung und motiviertes Denken teilen einen Mechanismus: Die Arbeitshypothese bestimmt, was du bemerkst und kodierst. Die "Betrachte das Gegenteil"-Anweisung unterbricht das direkt, indem sie das kognitive System zwingt, in die entgegengesetzte Richtung nach Evidenz zu suchen, was die selektive Aufmerksamkeit teilweise ausgleicht, die die Verzerrung erzeugt. Selbst kurzes erzwungenes Erwägen reduziert den Effekt in experimentellen Studien.

How to do it

  1. Schreibe vor dem Finalisieren eines wichtigen Urteils die Überschrift der entgegengesetzten Schlussfolgerung.
  2. Verbringe zwei Minuten damit, die beste Evidenz und Argumente für diese entgegengesetzte Ansicht zu erzeugen.
  3. Frage: "Wie stark ist dieser Fall? Welche Wahrscheinlichkeit verdient er?"
  4. Passe deine ursprüngliche Vertrauensschätzung an, um diese erzwungen erwogene Alternative widerzuspiegeln.

Evidenz

Lord, Lepper und Preston (1984) fanden, dass Anweisungen, "das Gegenteil zu betrachten", verzerrte Assimilation gemischter Evidenz signifikant reduzierten im Vergleich zu Kontrollbedingungen. (observational)

Effektgrößen sind moderat; die Entzerrung ist partiell statt vollständig, und hohe Motivation, eine gerichtete Schlussfolgerung zu erreichen, schwächt den Nutzen ab.

Quellen

  • Lord, Lepper & Preston (1984), "Considering the opposite: A corrective strategy for social judgment," Journal of Personality and Social Psychology

Häufiger Fehler

Den entgegengesetzten Fall halbherzig zu erzeugen, auf eine Weise, die bestätigt, wie schwach er ist, statt ihn so stark wie möglich zu machen — was die ursprüngliche Verzerrung in neuer Form reproduziert.

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