Ertappe dich, wenn du von einer Schlussfolgerung aus rückwärts arbeitest

Bemerke, wenn die Schlussfolgerung vor der Evidenz auftauchte — und behandle das als Warnsignal.

Why it works

Das Kennzeichen motivierten Denkens ist, dass die Schlussfolgerung dem Argument psychologisch vorausgeht: Das Gehirn identifiziert die gewünschte Antwort und sucht dann nach unterstützenden Gründen. Im normalen deduktiven Denken kommt die Schlussfolgerung zuletzt. Zu lernen zu bemerken, ob du dich zu einer Schlussfolgerung hingezogen fühltest, bevor du die Evidenz bewertet hast — und ob deine Evidenzsuche wirklich offen war — offenbart den Prozess, nicht nur das Ergebnis.

How to do it

  1. Frage nach dem Erreichen eines Urteils: "Wann wusste ich, zu welcher Schlussfolgerung ich kommen würde?"
  2. Wenn die Antwort lautet "bevor ich mir die Evidenz angesehen habe", behandle das als Signal zur Überprüfung.
  3. Prüfe, ob du symmetrisch nach Evidenz gesucht hast: Hast du genauso hart nach Gegenevidenz gesucht wie nach unterstützender Evidenz?
  4. Wenn nicht, führe eine bewusste Gegenevidenz-Suche durch, bevor du finalisierst.

Evidenz

Kundas Modell sagt voraus, dass gerichtete Ziele motivierte Hypothesenauswahl und Evidenzsuche auslösen; Prozessverfolgungsstudien haben asymmetrische Informationssuche im Einklang mit diesem Modell dokumentiert. (observational)

Die meiste unterstützende Forschung ist korrelativ oder nutzt einfache Laboraufgaben; das in komplexem realem Denken zu erkennen erfordert Selbstüberwachungsfähigkeiten, die selbst aufwendig sind.

Quellen

  • Kunda (1990), Psychological Bulletin — review of process evidence for motivated hypothesis selection

Häufiger Fehler

Das rückwärts gerichtete Denken zu bemerken, aber dann zu entscheiden, dass es nicht zählt, weil die Schlussfolgerung zufällig auch wahr ist — die Qualität des Denkprozesses zählt unabhängig davon, ob du zufällig die richtige Antwort getroffen hast.

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