Ratschläge mit Erlaubnis teilen (Fragen–Anbieten–Fragen)
Fragen, was die Person schon weiß, Informationen mit Zustimmung anbieten, dann fragen, wie es ankommt.
Why it works
Ungebetener Rat löst Reaktanz aus; erbetene oder erlaubte Information nicht. Ratschläge zwischen dem Fragen nach vorhandenem Wissen und dem Fragen nach der Wirkung einzubetten wahrt die Autonomie der Person und hält sie aktiv verarbeitend statt passiv abwehrend.
How to do it
- Erst fragen: „Was wissen Sie schon über…?" und „Wäre es okay, wenn ich etwas teile?"
- Neutral und knapp anbieten, ohne darauf zu bestehen, dass es auf die Person zutrifft.
- Fragen: „Was denken Sie darüber?" und der Antwort folgen.
Evidenz
Fragen–Anbieten–Fragen (Elicit–Provide–Elicit) ist die Standardmethode in MI, um Information zu geben, ohne die Motivation zu untergraben; es setzt das Autonomie-Prinzip um, das MI durchzieht. (clinical)
Etablierte klinische Praxis statt separat erprobter Technik; ihre Begründung stützt sich auf die Autonomie-/Reaktanz-Evidenz hinter MI insgesamt.
Häufiger Fehler
Den Erlaubnisschritt und die Abschlussfrage überspringen, was Fragen–Anbieten–Fragen wieder zu gewöhnlichem Ratschlaggeben werden lässt — und zu dessen gewöhnlichem Widerstand.
Übe das mit IX Coach
More practices for Motivational Interviewing, praktisch erklärt
- Change Talk hervorlocken, statt ihn vorzugeben
Fragen stellen, die die Person dazu bringen, ihre eigenen Gründe für Veränderung auszusprechen.
- OARS nutzen, damit sich die Person verstanden fühlt
Offene Fragen, Anerkennung, Reflexion, Zusammenfassung — die vier Kern-Mikrofertigkeiten.
- Mit Widerstand mitgehen, statt ihn zu bekämpfen
Bei Gegenwehr abschwächen und reflektieren, statt zu argumentieren.
- Wichtigkeit und Zuversicht mit dem Bereitschafts-Lineal skalieren
Fragen Sie „Auf einer Skala von 0–10, wie bereit sind Sie?" — und dann, warum nicht niedriger.
- Diskrepanz zwischen Werten und Verhalten entwickeln
Sanft die Lücke zwischen dem, was die Person will, und dem, was sie tut, sichtbar machen.
- Echte Stärken und Anstrengung anerkennen
Reale Stärken der Person bemerken und benennen — kein leeres Lob.