Change Talk hervorlocken, statt ihn vorzugeben
Fragen stellen, die die Person dazu bringen, ihre eigenen Gründe für Veränderung auszusprechen.
Why it works
Menschen lassen sich stärker von Argumenten überzeugen, die sie selbst entwickeln, als von solchen, die man ihnen vorgibt — ein Selbstwahrnehmungseffekt. Wie stark und häufig eine Person während einer Sitzung eigenen „Change Talk" äußert, sagt voraus, ob sie sich tatsächlich verändert. Die Aufgabe der Praktizierenden Person ist es also, danach zu fischen und ihn zu verstärken — nicht eigene Gründe hinzuzufügen.
How to do it
- Evokative offene Fragen stellen: „Warum könnten Sie diese Veränderung wollen?" oder „Was macht Ihnen Sorgen, wenn alles beim Alten bleibt?"
- Sobald Sie Change Talk hören („Ich sollte eigentlich…"), spiegeln Sie ihn und bitten die Person, mehr dazu zu sagen.
- Vermeiden Sie es, mit eigenen Gründen einzuspringen — jeder Grund, den Sie liefern, ist einer, den die Person nicht selbst finden muss.
Evidenz
Prozessforschung fand heraus, dass die Stärke des Change Talk von Klientinnen und Klienten während MI-Sitzungen spätere Verhaltensänderung vorhersagte, während „Sustain Talk" das Gegenteil vorhersagte. (observational)
Dies ist korrelative Prozessforschung; sie zeigt, dass Change Talk mit Ergebnissen einhergeht, nicht dass eine einzelne Technik ihn zuverlässig hervorbringt.
Quellen
- Amrhein et al. (2003), client commitment language and drug use outcomes, Journal of Consulting and Clinical Psychology
Häufiger Fehler
Der „Righting Reflex" — das Problem hören und sofort Gründe und Lösungen liefern, was die Person dazu bringt, den Status quo zu verteidigen, statt für Veränderung zu argumentieren.
Übe das mit IX Coach
More practices for Motivational Interviewing, praktisch erklärt
- OARS nutzen, damit sich die Person verstanden fühlt
Offene Fragen, Anerkennung, Reflexion, Zusammenfassung — die vier Kern-Mikrofertigkeiten.
- Mit Widerstand mitgehen, statt ihn zu bekämpfen
Bei Gegenwehr abschwächen und reflektieren, statt zu argumentieren.
- Wichtigkeit und Zuversicht mit dem Bereitschafts-Lineal skalieren
Fragen Sie „Auf einer Skala von 0–10, wie bereit sind Sie?" — und dann, warum nicht niedriger.
- Diskrepanz zwischen Werten und Verhalten entwickeln
Sanft die Lücke zwischen dem, was die Person will, und dem, was sie tut, sichtbar machen.
- Echte Stärken und Anstrengung anerkennen
Reale Stärken der Person bemerken und benennen — kein leeres Lob.
- Ratschläge mit Erlaubnis teilen (Fragen–Anbieten–Fragen)
Fragen, was die Person schon weiß, Informationen mit Zustimmung anbieten, dann fragen, wie es ankommt.