Change Talk hervorlocken, statt ihn vorzugeben

Fragen stellen, die die Person dazu bringen, ihre eigenen Gründe für Veränderung auszusprechen.

Why it works

Menschen lassen sich stärker von Argumenten überzeugen, die sie selbst entwickeln, als von solchen, die man ihnen vorgibt — ein Selbstwahrnehmungseffekt. Wie stark und häufig eine Person während einer Sitzung eigenen „Change Talk" äußert, sagt voraus, ob sie sich tatsächlich verändert. Die Aufgabe der Praktizierenden Person ist es also, danach zu fischen und ihn zu verstärken — nicht eigene Gründe hinzuzufügen.

How to do it

  1. Evokative offene Fragen stellen: „Warum könnten Sie diese Veränderung wollen?" oder „Was macht Ihnen Sorgen, wenn alles beim Alten bleibt?"
  2. Sobald Sie Change Talk hören („Ich sollte eigentlich…"), spiegeln Sie ihn und bitten die Person, mehr dazu zu sagen.
  3. Vermeiden Sie es, mit eigenen Gründen einzuspringen — jeder Grund, den Sie liefern, ist einer, den die Person nicht selbst finden muss.

Evidenz

Prozessforschung fand heraus, dass die Stärke des Change Talk von Klientinnen und Klienten während MI-Sitzungen spätere Verhaltensänderung vorhersagte, während „Sustain Talk" das Gegenteil vorhersagte. (observational)

Dies ist korrelative Prozessforschung; sie zeigt, dass Change Talk mit Ergebnissen einhergeht, nicht dass eine einzelne Technik ihn zuverlässig hervorbringt.

Quellen

  • Amrhein et al. (2003), client commitment language and drug use outcomes, Journal of Consulting and Clinical Psychology

Häufiger Fehler

Der „Righting Reflex" — das Problem hören und sofort Gründe und Lösungen liefern, was die Person dazu bringt, den Status quo zu verteidigen, statt für Veränderung zu argumentieren.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Motivational Interviewing, praktisch erklärt

Verwandte Konzepte