Mit Widerstand mitgehen, statt ihn zu bekämpfen

Bei Gegenwehr abschwächen und reflektieren, statt zu argumentieren.

Why it works

Direktes Argumentieren löst Reaktanz aus — den Impuls, die eigene Autonomie durch Verhärten zu verteidigen. Konfrontative Beratung produziert zuverlässig mehr „Sustain Talk" und schlechtere Ergebnisse. Mit dem Widerstand mitzugehen entfernt die Wand, gegen die man drücken könnte, sodass die eigene Ambivalenz der Person wieder auftauchen kann.

How to do it

  1. Wenn Sie Widerstand hören, widerstehen Sie dem Korrigieren; reflektieren Sie ihn stattdessen („Das fühlt sich gerade nach sehr viel an").
  2. Autonomie laut betonen: „Es ist wirklich Ihre Entscheidung."
  3. Umdeuten oder den Fokus verschieben, statt dem Argument frontal zu begegnen.

Evidenz

Eine Studie zum Therapiestil fand, dass ein konfrontativer Beratungsstil mehr Widerstand der Klientinnen und Klienten sowie mehr Alkoholkonsum bei der Nachuntersuchung vorhersagte, während empathischer Stil bessere Ergebnisse vorhersagte. (observational)

Beobachtender Zusammenhang zwischen Stil und Ergebnis; „Widerstand" wird in MI heute als Signal über das Gespräch verstanden, nicht als Klienteneigenschaft.

Quellen

  • Miller, Benefield & Tonigan (1993), enhancing motivation for change in problem drinking, Journal of Consulting and Clinical Psychology

Häufiger Fehler

Gegenwehr als Sturheit der Person deuten und härter argumentieren — das ist die zuverlässigste Art, jemandem die Veränderung auszureden.

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