Name It to Tame It: Affektbenennung in der Praxis

Die Neurowissenschaft des In-Worte-Fassens von Gefühlen — und wie man sie nutzt

Was bedeutet „Name it to tame it" für Emotionen?

Dan Siegels „Name it to tame it" bezieht sich auf das gut erforschte Phänomen der Affektbenennung: eine emotionale Erfahrung in Worte zu fassen aktiviert den präfrontalen Kortex und dämpft die Amygdala-Reaktivität, was die subjektive Intensität der Emotion senkt. Die Neuroimaging-Evidenz für diesen Mechanismus ist real, obwohl die Effektstärken bescheiden sind und die klinische Anwendung eine Extrapolation aus Laborforschung bleibt.

Dan Siegel, klinischer Professor für Psychiatrie an der UCLA, prägte den Ausdruck „Name it to tame it", um zu beschreiben, was passiert, wenn wir emotionale Zustände sprachlich benennen. Die zugrunde liegende Forschung — vor allem aus Matthew Liebermans Labor für soziale kognitive Neurowissenschaft — zeigt, dass das bewusste Benennen einer emotionalen Erfahrung präfrontale Regionen aktiviert und gleichzeitig die Amygdala-Feuerrate senkt, das primäre Bedrohungserkennungszentrum des Gehirns. Die praktische Implikation: Worte über Gefühle bewirken etwas mit den Gefühlen, nicht nur über sie.

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