Emotionen im Konflikt benennen, um Eskalation zu reduzieren

Benennen Sie Ihren eigenen und den emotionalen Zustand der anderen Person während eines angespannten Gesprächs, um Eskalation zu verhindern.

Why it works

Im Konflikt sind bei beiden Parteien typischerweise die Amygdalae erhöht aktiv, was die Aufmerksamkeit einengt und die Verarbeitung in Richtung Bedrohungserkennung verschiebt. Die vorhandenen Emotionen ruhig und ohne Vorwurf zu benennen bewirkt zweierlei: Es modelliert den Benennungsprozess für die andere Person (die sich dadurch verstandener fühlen kann), und es aktiviert die eigenen präfrontalen Schaltkreise der sprechenden Person, was teilweise deren eigene Amygdala-Aktivierung ausgleicht. Die emotionale Erkennung reduziert zudem die „unsichtbare" Qualität des Gefühls, die typischerweise Eskalation antreibt.

How to do it

  1. Wenn Sie Spannung aufsteigen spüren, zuerst Ihren eigenen Zustand für sich benennen: „Ich fühle mich gerade defensiv."
  2. Optional benennen, was Sie bei der anderen Person wahrnehmen: „Es scheint, als wären Sie frustriert."
  3. Beides als Beobachtung rahmen, nicht als Vorwurf: „Ich bemerke, dass ich X fühle, und ich vermute, Sie fühlen vielleicht Y."
  4. Fragen: „Lese ich das richtig?", bevor Sie es annehmen.

Evidenz

Emotionsbenennung im Konflikt hat theoretische und einige klinische Unterstützung, besonders in der Paartherapie (Gottman-Methode), empathischer akkurater Kommunikation und Motivational Interviewing. Direkte Neuroimaging-Untersuchung von Affektbenennung in Echtzeit-Konflikten zwischen Personen liegt nicht vor. (mechanistic)

Die Konfliktanwendung der Affektbenennung ist mechanistisch gut begründet, aber auf Programmebene klinisch untersucht (Gottman-Methode), nicht als isolierte Technik.

Häufiger Fehler

Die Emotion der anderen Person als Taktik oder Vorwurf zu benennen („Sie sind wütend") statt als zu prüfende Wahrnehmung („Ich merke, Sie wirken frustriert — stimmt das?") — Ersteres provoziert Abwehr, Letzteres lädt zu Ko-Regulation ein.

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