Emotionen bei Kindern benennen: die Erziehungsanwendung
Wenn ein Kind verärgert ist, dessen Emotion laut benennen und validieren, bevor Sie versuchen zu lösen oder abzulenken.
Why it works
Siegel entwickelte „Name it to tame it" vor allem als Erziehungs- und Entwicklungskonzept. Wenn eine Bezugsperson die Emotion eines Kindes benennt — „Du bist wirklich wütend, dass sie dein Spielzeug genommen hat" — geschieht mehreres: Es modelliert emotionale Sprache für das Kind, es signalisiert, dass die Emotion verständlich und nicht bedrohlich ist, und es aktiviert die entstehenden präfrontalen Regulationssysteme des Kindes in Gegenwart ko-regulierender Unterstützung. Mit der Zeit baut das die eigene Fähigkeit des Kindes auf, zu benennen und sich damit selbst zu regulieren.
How to do it
- Wenn ein Kind aufgewühlt ist, dem Impuls widerstehen, sofort zu lösen, abzulenken oder zu beruhigen.
- Das Verhalten beobachten und die Emotion erschließen: „Es sieht aus, als wärst du gerade wirklich frustriert."
- Validieren: „Es ist verständlich, dass du dich so fühlst." Auf ein Signal warten, dass sich das Kind verstanden fühlt.
- Erst dann zu Problemlösung oder Grenzziehung übergehen.
Evidenz
Emotionscoaching durch Eltern — das Validieren und Benennen kindlicher Emotionen — ist in der Forschung von John Gottman und Kollegen mit besserer Emotionsregulation und sozialer Kompetenz bei Kindern verbunden. Dies ist Siegels Anwendungskontext für „Name it to tame it". (observational)
Gottmans Emotionscoaching-Forschung ist beobachtend; die Erziehungs-Ergebnis-Evidenz ist korrelativ, obwohl der grundlegende Affektbenennungsmechanismus separate Neuroimaging-Unterstützung hat.
Quellen
- Gottman, Katz & Hooven (1996), parental meta-emotion philosophy, Journal of Personality and Social Psychology
Häufiger Fehler
Die Emotion zu benennen und sofort mit „aber…" fortzufahren — „Du bist wütend, aber das solltest du nicht sein" —, was die Validierung annulliert, bevor sie wirken kann.
Übe das mit IX Coach
More practices for Name It to Tame It: Affektbenennung in der Praxis
- Einfache Affektbenennung: das Emotionswort laut oder schriftlich sagen
Bei emotionaler Aktivierung ein klares Emotionswort sagen oder schreiben — „Angst", „Wut", „Trauer" — bevor Sie etwas anderes tun.
- Granulare Benennung: von breiten zu spezifischen Emotionswörtern wechseln
Ersetzen Sie „gestresst" oder „schlecht" durch das spezifischste Emotionswort, das Sie finden können.
- Emotionen im Konflikt benennen, um Eskalation zu reduzieren
Benennen Sie Ihren eigenen und den emotionalen Zustand der anderen Person während eines angespannten Gesprächs, um Eskalation zu verhindern.
- Emotionsbenennung in der dritten Person zur Selbstdistanzierung
Benennen Sie Ihre Emotion mit Ihrem eigenen Namen: „Alex fühlt sich ängstlich" statt „Ich bin ängstlich".
- Doppelte Benennung: sowohl das Emotionswort als auch dessen Körperort benennen
Ein Emotionswort mit dessen Körperort verbinden: „Angst — enge Brust und angehaltener Atem."
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