Doppelte Benennung: sowohl das Emotionswort als auch dessen Körperort benennen

Ein Emotionswort mit dessen Körperort verbinden: „Angst — enge Brust und angehaltener Atem."

Why it works

Eine Emotion zu benennen aktiviert Top-down-präfrontale Regulation. Sie gleichzeitig im Körper zu verorten aktiviert bottom-up-interozeptive Verarbeitung, die Körpersignal-Information ins bewusste Gewahrsein bringt und eine vollständigere regulatorische Reaktion ermöglicht. Die doppelte Benennung gibt sowohl dem Kortex (Wort) als auch dem Nervensystem (Körperort) ein Ziel, was einen integrierteren regulatorischen Effekt erzeugen kann als Benennen allein.

How to do it

  1. Zuerst das Emotionswort benennen.
  2. Sofort verorten: „Wo in meinem Körper ist das am stärksten ausgeprägt?"
  3. Die Körperempfindung in zwei bis drei Worten beschreiben: „schwer in der Brust", „kribbelnd in den Armen".
  4. Drei langsame Atemzüge zu diesem Körperort lenken.
  5. Prüfen: Hat sich entweder das Wort oder die Körperempfindung verschoben?

Evidenz

Die Integration verbaler Benennung mit somatischem Gewahrsein stützt sich auf zwei separate Evidenzstränge: Affektbenennung (Neuroimaging-Unterstützung) und interozeptives Gewahrsein (Beobachtungskorrelation mit Emotionsregulation). Die kombinierte Doppelbenennung wurde nicht eigenständig erprobt. (mechanistic)

Die Kombination zweier separat gestützter Mechanismen ist theoretisch schlüssig; der kombinierte Interventionseffekt ist eine Extrapolation, kein erprobter Anspruch.

Quellen

  • Lieberman et al. (2007), putting feelings into words, Psychological Science
  • Nummenmaa et al. (2014), bodily maps of emotions, PNAS

Häufiger Fehler

Den Körperort zugunsten weiterer verbaler Benennung zu überspringen — der regulatorische Wert der doppelten Benennung kommt aus der Einbindung des somatischen Kanals, nicht aus einer längeren verbalen Beschreibung der Emotion.

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